NULL - der kleinste gemeinsame Nenner

Moin, da habe ich die ganze Nacht schlecht geschlafen, mich hin- und hergeworfen und kam lange Zeit auf keine zündende Idee, was denn am nächsten Tag, also heute, Thema am Obenende beim Frühstück sein könne. Auf den BVB wollte ich aktuell noch nicht so sehr setzen, denn dessen nun erreichter zweiter Platz in der Tabelle wird ja wohl nur der Anfang sein, dachte ich, und konnte immer noch nicht beruhigt einschlafen. Schließlich hatte ich eine Idee, wenngleich die eigentlich erst einen Tag später wirklich aktuell werden würde. Man muss aber auch mal Kompromisse mit sich selber und dem Kalender machen können, als Rentner kann das.

 

Aber dann habe ich in die Ems-Zeitung geschaut und die ist kompromisslos aktuell. Rechtzeitig zum Nikolaus, dass man es noch schön verpacken kann um es dann in die Stiefelletten braver Frauen stecken zu können, werden Gutscheine für Putzhilfen angekündigt, von der CDU, mit Zustimmung der Bundesregierung: Das Familienministerium und das Arbeitsministerium haben offensichtlich einen gemeinsamen Nenner gefunden. Warten wir auf den Kabinettsentscheid.


Worum geht es nun, dass es sich lohnt, sich beim Frühstück in Obenende Gedanken zu machen, das Für und Wieder abzuwägen, um abschließend die Frage zu beantworten, ob das denn überhaupt kann,  nur darf oder sogar muss, vielleicht auch nur soll, weil Weihnachten ist und in einem knappen Jahr eine neue Bundesregierung gewählt wird, und das muss. Es geht um Gutscheine für eine Putzhilfe, die es Frauen erleichtern soll, ihren Wiedereinstieg in das Berufsleben zu organisieren.  Und ausdrücklich wird von einem großen Potenzial hoch qualifizierter Frauen gesprochen, auf die man wegen des Fachkräftemangels nicht verzichten könne. 6 € für 15 Std. Haushaltshilfe je Monat werden ausgelobt, begrenzt auf 15 Monate. Das sind 90 € pro Monat, insgesamt 1.350 €. Da kann man sich glatt mal einen schönen Urlaub für 3 Personen leisten, denn Kinder unter 2 Jahren sind ja meist kostengünstiger.


Denn, und das steht dann vor dieser Staats-Förder-Knete, die Haushaltshilfe soll an ein versicherungspflichtiges Einkommen herangeführt werden, hört sich gut an. Also zunächst mal einen 400  € Job begründen, kostet ohne Steuerberater p. m. 488 € - die Förderung ist aufgefressen, geht an den Staat gleich wieder zurück!


Will man die eingliederungsbereite Frau nun von behindernder Arbeit befreien, so denke ich, benötigt man eine Hilfe für 5 Std. täglich, das sind 25 Std. pro Woche, rd. 100 pro Monat. Es ist ja nicht das Aufräumen und Putzen des Hauses allein, sondern auch die Präsenz, wenn KInder zur Schule müssen, während einer Krankheit zu betreuen sind, eher wiederkommen usw., das Einkaufen und Bügeln, denn es scheint sich offensichtlich um Fälle zu handeln, wo mit männlicher Hilfe nicht gerechnet werden kann. Also 4 € die Stunde ­ oder es wird deutlich teurer, weil ein 400 € Job nicht mehr langt. Oder aber denken Frau Schröder und Frau v. d. Leyen etwa, dass der Abbau von 15 Std. Hausarbeit ausreichen, die Barrieren für einen Wiedereinstieg bei hoher Qualifikation aus dem Wege zu räumen. Das kann nicht.


Aber ich habe ja noch meine Ems-Zeitung – und die schreibt ganz richtig von einem Rohrkrepierer und dem Lehrbuchbeispiel einer fatalen, kostentreibenden Politik, frei nach dem Motto: irgendwo muss sich doch eine Leistung finden lassen, um sich als Geber und Gönner zu inszenieren.  


Hier am Obenende hat man schon gefangen zu rechnen. Eigentlich hätte man nämlich als Haushaltshilfe schon ganz gerne 8 € pro Std., bar auf die Hand, dafür bringt man dann auch genügend Deutschkenntnisse mit ein. In Dortmund geht wenig unter „mehr als 8 €“ – will hier ja keine Preise verderben . . . . Und dann kommen oft auch noch Zulagen für eine zufriedenstellende Verständigung in der Amtssprache hinzu. Ich weiß, das darf nicht, aber so kann das auch nicht!


Und während ich die Ems-Zeitung weglege, springt mich noch der Anfang des dortigen Kommentars an, dass nämlich das heiss diskutierte und kürzlich beschlossene Betreuungsgeld Frauen unterstützen soll, wenn sie sich nicht wieder eingliedern lassen wollen. Und dann wollte die Koalition auch noch die steuerliche Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleitungen kürzen. Ich blicke da nicht mehr durch und komme mir vor wie als Geisterfahrer im dicken Nebel, das Horn tuten hörend nur noch an die Rettungsboote denkend.  


Darf das? Das darf nicht. Bleibt es also bei einer Tasse, habe den Kaffee ohnehin auf. Tschüss 

 

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