Der Letzte macht das Licht aus

Moin, heute am ersten Advent zünden wir das erste Lichtlein an, und da soll schon wieder die Rede sein von dem Letzten, der das Licht ausschalten wird?! Man kann es sich nicht aussuchen! Heute steht es Schwarz auf Weiss im EL-Kurier: Airport Berlin stößt schnell an seine Grenzen. Und dabei ist der noch gar nicht eröffnet! Natürlich bringt der EL-Kurier nur diese kurze dapd-Meldung, denn er ist ja ein Werbeblatt, welches wir mit zwei anderen Werbeblätter und damit insgesamt gefühlten 5 - 8 cm Papier jeden Sonntag zur besten Frühstückszeit vor unserer Haustür am Obenende finden. Da kann man sich den Sonntag auch ohne Ems-Zeitung gut unterhalten. Aber dazu später einmal, wenn mehr Zeit ist. Jetzt wieder zum Berliner Airport und warum der Thema beim Frühstück am Obenende ist.

 

Dazu muss man wissen, dass die mentale Partnerstadt vom Obenende die etwas größere Stadt Dortmund ist. Wenn man da genau hinschaut, sind die einzelnen sehr autarken Stadtbezirke meist auch nicht viel größer als unsere Kreishauptstadt Meppen. Und mit den gefühlt 150 Ortsteilen können wir am Obenende sehr gut mithalten, haben zudem viel mehr Wasserfläche! Die Dortmunder City und umzu hat etwa soviele Einwohner wie Oldenburg (unser nächstes Oberzentrum) oder Osnabrück (wo sich alle anderen eher hingezogen fühlen. Und wenn ich heute zu einem schönen Yachthafen fahren möchte, einer attraktiven Marina, und nicht warten will, bis die in Papenburg mal fertig wird, geht's ins 14 km entfernte Weener, an Deichen und Schafherden vorbei und viel luftiger Landschaft. In Dortmund habe ich dann von Schüren aus gerademal Bodelschwingh erreicht, aber noch lange keine Marina! Gab aber viel Industriekultur zwischendrin . . .

 

Also, wenn man hier mittendrin einen Flugplatz bauen würde, dann würde man für die Schafe im Moor ein anderes Weidegebiet finden, oder Ohrenschützer verteilen. Wenn man hier einen brauchen und bauen würde. Tut man aber nicht. Dortmund hat einen gebaut, zwar nicht zwischen Schüren und Bodelschwingh, aber ansonsten gut mittendrin. So richtig brauchen tut man den aber dort auch nicht, denn dann würden die Fluggäste ja mehr werden und der Flughafen irgendwann auch einen Gewinn abwerfen, so wie jede Bude hier am Obenende, denn sonst geht sie pleite. Man braucht sie eben nicht.

 

Damit das mit dem DortmundAirport nicht passiert, steckt ihm seine Mutter, die Stadtwerke, immer so'n bisschen Klimpergeld in die Tasche, 7 Mio € pro Jahr. Und jetzt überlegt die EU schon sehr lange, ob dieses Geld von den Stromkunden stammt. Darf das? Das darf nicht! Tja, und dann macht der Letzte bald das Licht aus - sagt der DortmundAirport. Kann das? Das kann! Das sagen die aber schon länger und haben damit immer größere Fluzeuge nach Dortmund geholt - und die sollen jetzt auch immer länger starten und landen dürfen.

 

Ja, und am BerlinAirport steht wohl im Betriebshandbuch, dass man zum 1. Advent ebenfalls anfangen muss zu bezweifeln, dass diese Investition das nächste Jahr klaglos überstehen wird, dann nämlich wird er schon an seine Grenzen stoßen. Nur, er sollte längst eröffnet sein! Doch das ist erst einmal aufs nächste Jahr verschoben worden. Man könnte meinen, von Dortmund lernen heißt den Tanz auf dem Seil ohne Netz wagen zu können.  

 

Am Obenende werden in der Woche, etwa zur selben Zeit, wie in Dortmund die Flughafenlichter ausgeschaltet werden, die Straßenlaternen gelöscht. Ab 23 Uhr liegt hier eh jeder im Bett und schläft, Kinder und Senioren sowieso. Ist das in den Dortmunder Ortsteilen nicht so? Weil, wenn da dann noch Flugzeuge und Hubschrauber drüber fliegen . . .

 

Darf das? Das darf nicht! Tschüss.      

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