Innovation aus'm Emsland: Das chemische Umspannwerk

Moin, wer hier schon heimlich in die Ems-Zeitung gelugt hat und nun meint, wir würden uns über die Anhebung der Hundesteuer beim Frühstück aufregen, . . . ja, haben wir, aber man muss ja auch mal was Positives in den Mittelpukt seiner Gedanken stellen können. Also haben wir die Hundesteuererhöhung zur Kenntnis genommen, sie wird unserer Stadt wohl 15.000 € zusätzlich einbringen, das ist dem damit verbundenen Ärger aber sicherlich nicht angemessen. Wann wurde eigentlich zuletzt die Sektsteuer angehoben? Aber das ist eine Bundessteuer . . . 

 

Nein, es geht zwar auch um Steuern, und erst deren Wegfall macht eine Geschäftsidee wirtschaftlich tragfähig, aber auch um Innovation. Und was bei den Hunden abgeht, dass ist ja nun alles andere als neu. Halt, ruft es in mir, das muss! Und was muss, das wird hier im Emsland schon lange in Biogasanlagen weiterverarbeitet, ein alter Hut und im übrigen tragen dabei Hunde zum befriedigenden Betriebsergebnis sehr wenig bei. Ohne jetzt Details auszuplaudern, wird da eher die Massentierhaltung zu sehen sein, vielleicht noch ein paar Hände voll Mais . . . Das kann.

 

Aber, wohin eigentlich mit dem dabei anfallenden Kohlendioxyd (CO2)? Ist ja belastend für die Atmosphäre. Doch daraus wird jetzt in Werlte, unweit vom Obenende, Methangas umgespannt. Ja-doch. Man muss da nur noch etwas viel Eletrizität in den Herstellungsprozess hineinpacken, aber die gibt es hier im Wege der Windkraft und Solarenergiegewinnung zu Hauf, liegt sozusagen vor der Haustür. Und wenn man das alles intelligent in einen Arbeitsprozess integriert, dann spannt man das eigentlich chemisch nur von CO2 auf Methangas  um, sagt der Interessenvertreter von Solar Fuel. Das (wohl wenig innovative) Finanzamt geht zur Zeit noch davon aus, dass hier Energie für den Endverbraucher produziert wird. Und auch wenn der so erzeugte "e-Gas"-Treibstoff komplett klimaneutral hergestellt wurde, das sei Sprit! Und zwar soll die Anlage Treibstoff für 22,5 Mio km Jahresfahrleistung erzeugen. Man muss sich vorstellen, dass diese von 1.500 Kraftfahrzeugen erbracht wird, die je 15.000 km im Jahr zurücklegen.

 

Also Groß-Werlte (Samtgemeinde) mit seinen 15.500 Einwohnern ist sicherlich als Trendsetter anzusehen. Vielleicht sind dort 4.500 PKW gemeldet, da könnte jetzt jeder dritte den chemisch aus CO2 umgespannten Sprit tanken - pack die Sonne in den Tank - und ein immer laues Lüftchen! Rechne ich das auf Dortmund am anderen Ende vom Kanal um, dann bräuchte es ungefähr 50 solcher Anlagen (jede einzelne wäre natürlich größer), um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen. Und noch mehr Wind, Sonne tragen alle sowieso im Herzen!

 

Und bevor mich jetzt eine Meute Hunde anfällt: Die Idee ist ja nicht schlecht. Aber kann die? So richtig mal? Dass wir gar nichts mehr einsparen müssen? Habt Ihr Euch darüber schon mal Gedanken gemacht? Wieder nur Fragen von mir, ja? Nun  gut, das mit der Hundesteuer habe ich immer schon besser geblickt, auch schon beim Verteilen der Lohnsteuerkarten nach nicht gemeldeten Hunden Ausschau gehalten, als die noch nicht elektronisch geführt wurden . . . Was war ich da doch auf den Hund gekommen!

 

Das kann. Noch eine Tasse Kaffee jetzt und raus, tief durchatmen und ohne Hund. Tschüss. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0