Vor der Wahl? Welcher?

Moin, das nächste Jahr wirft hier am Obenende schon häufiger seinen Schatten voraus. Bis Weihnachten werden die Benachrichtigungskarten für die Landtagswahl zugestellt. Am Rande sei erwähnt, dass die CDU schon gezielt bunte Hochglanz-Flyer verschickt hat. Botschaft: Sofort Briefwahl machen. Es wird beschrieben, wie das zu machen ist und ab damit in den Kasten: Jeder Briefkasten ist eine Wahlurne - man könne auch schon bei der Gemeinde vorher wählen. Wenn nun die Wähler allerdings genau das tun, was die CDU ihnen vorsagt, wird's übel ausgehen: Kein Wort nämlich darüber, dass die eidesstattliche Erklärung unbedingt zu unterschreiben und getrennt von dem Stimmzettel beizufügen sei. Aber vielleicht will man noch etwas üben. Im Herbst sind Bundestagswahlen. "So machen wir das" ist der CDU-Slogan für Niedersachsen. Soll das? Das kann. 

 

Interessant natürlich jetzt, wo man wählen kann, was meine Ems-Zeitung schreibt. Da wird heute mächtig gegen einen Niederländer hergezogen, der an der Staatsgrenze eine Schweinemastanlage mit 8.000 Plätzen bauen will - auf deutscher Seite in der Gemeinde Rhede. Aus den Niederlanden kommen reichlich Einwände, aus Deutschland kaum welche, es werden nur solche von den Verbänden aufgeführt. Man ist hier eben sehr viel toleranter . . ., will die Privilegierung solcher Betriebe wohl auch im Außenbereich akzeptieren, koste es an Lebensqualität, was es wolle. "Industrialisierung der Landschaft?" Blödsinn, wer Schweine mästet ist ein Landwirt, früher waren es Bauern. Aus der Gülle machen wir dann feines Biogas, und das dabei entstehende CO2 wird mit Sonnenstrom und Windkraft (Lass die Niederländer doch über die vielen Windräder meckern, die sollen sich doch mal an die eigene Nase fassen) wird zu Methangas umgespannt und betreibt die LKW-Transporte der Schweine zur Großschlachterei nach Sögel, wo dann die Eimermenschen . . .  das hatten wir ja schon mal.  

 

Übrigens diskutiert man dort nicht mehr die Löhne, auch nicht die fürchterliche Bezeichnung, sondern lediglich die Unterbringung. Der Kreis will sich festlegen auf maximal 6 Personen pro Zimmer, für 8 Personen braucht man mind. eine Toilette, zwei Waschbecken und eine Dusche. Wenn also im Hotel Lukull 48 Personen untergebracht werden, braucht es 8 Zimmer, 12 Waschbecken und je 6 Toiletten und Duschen. Finde ich ekelig und ist deutlich unter dem Niveau meines Jungen-Internates mit 52 Plätzen in den 60er Jahren - und das liegt lange zurück. Da kann man nicht einmal vor einem "neuen Hümmlinger Proletariat" warnen, wie es die SPD angesichts der osteuropäischen Wanderarbeiter tut. Wahlkampf. Muss das? Das muss.

 

Zurück noch schnell zum grenznahen oder auch grenzwertigen Mastbetrieb: Die Koalition (CDU/CSDU/FDP) muss das mit dem Baurecht schnell ändern, auch wenn es Einschnitte geben wird - so der Kommentar in meiner Ems-Zeitung. Denn, heißt es weiter, das dürfte sogar im Interesse der Landwirte sein, denn bei einem Regierungswechsel im kommenden Jahr würden die Einschnitte möglicherweise noch gravierender ausfallen. 

 

Was ist das? "Rette sich und sein Hab und Gut wer kann" oder politische Einsicht in das Unabänderbare. Wir werden es sehen. Auf jeden Fall ist jetzt Wahlkampf und da geht es auch am Obenende um die Wurst.

 

Ja, noch eine Tasse Kaffee, das muss, und gleich geht's zum regionalen Stromversorger, mal sehen wie sich das auswirken kann, ein längerfristiger Liefervertrag und möglicherweise Photovoltaik im nächsten Jahr auf das Dach. Nein, nur für unser Haus, die zukünftigen E-Fahrräder und das Irgendwann-E-Auto. Nicht für die Nachbarn! Wir sind doch kein Kraftwerk, spannen nur die Sonne für uns um - oder ein. Das muss. Wer weiss, wie lange das noch geht! Tschüss      

 

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