Und irgendwann holt einen alles wieder ein . . .

Hl. St. Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, in Essen - Zeche Zollverein
Hl. St. Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, in Essen - Zeche Zollverein

Moin, heute ist der 22. Dezember 2012 und ich berichte zum vorerst letzten Mal - nur wegen der Weihnachtstage! - vom Frühstück am Obenende. Am 27. Dezember 2012 gehts dann wieder weiter. Genau einen Monat lang habe ich am Stück jeden Tag meist etwas Neues berichten können, ich hoffe, es hat manchem sogar Spaß in die Bude gebracht, für mich war es eine neue Erfahrung. Also geht es dann mit einer neuen Zeitrechnung weiter. Die Maya hatten uns dafür viele tausend Jahre Zeit gegeben, mal wieder neu anzufangen - aber das ist hier am Obenende heute noch kein Thema und war jetzt alles dazu. Kann das? Das kann.

 

Sehr viel interessanter fand ich nämlich, dass die Vergangenheit für manchen noch gar nicht aufgehört hat, und andere jedoch dabei sind mit diesen die Zukunft zugestalten. Das kenne ich. Und worum geht's?

 

Kein Mensch am anderen Ende des Kanals wird den Bokeler Bogen kennen, aber auch niemand hier wissen, was Ellinghausen mal für den Dortmunder Hafen bedeutet hat, einschließlich der LEP VI-Fläche, wo heute IKEA ein Zentrallager hat, aber eigentlich mal ein neues Stahlwerk hin sollte. Das hat sich dann zerschlagen . . . Also, der Bokeler Bogen beschreibt ein mögliches Industrieareal von 120 ha Fläche insgesamt, so groß wie der neue Phoenixsee in Dortmund samt aller Wohnbebauung. Ganz schön groß und lt. Bürgermeister das Aus für Alt-Bokel, jedoch unabwendbar für das Ganze.  

 

Kritikpunkte waren die Kaufangebote der Stadt. Sie sei früher großzügiger gewesen. Darauf entgegnete der Kämmerer, er werde nicht dafür bezahlt, das Geld der Stadt großzügig auszugeben. Und weil die gesamte Entwicklung. d. h. die Erschließung erst dann vorgesehen sei, wenn Investoren mit Scheinen winken, werden auch erst dann konkrete Kaufverhandlungen geführt. An Enteignung werde nicht gedacht. Nun ja, und jetzt verkaufen, weil irgend etwas dies notwendig macht, kann man auch weiterhin nur an die Stadt, und sagte der Kämmerer doch . . . (s. o.) Alte Zeiten - Neue Zeiten, falls kein Investor kommt, tragen die Alt-Bokeler Bauern und andere Bürger  die finanzielle Last und das Risiko, so ist das. Und anschließend . . .  Kann das? Das kann.    

 

Wenn wir jetzt einmal nur die neuen Industrieflächen in Dörpen und Papenburg anschauen, alle mit sehr breit gefächerten Verkehrsanschlüssen, also guten GVZ-Lagen (GVZ=Güterverkehrszentrum), dann sind das brutto 170 ha, netto wohl so um 150 ha, je nach äußerer Erschließung und wie man sich über die Zuordnung der inneren Erschließung einigen wird. Der Dortmund-Ems-Kanal soll für sog. Europaschiffe gangbar gemacht werden. Das Schleusenwerk Henrichenburg ist schon auf solche Größen eingestellt. Und was schreiben meine Ems-Zeitung und sogar der Ostfriesische Generalanzeiger? Der von der Weser nach Dörpen verlaufende Küstenkanal soll jetzt auch für die nächst höhere Schiffsgröße, also mehr als Europaschiffe, ausgebaut werden. Muss das? Das soll. Kommt so in die Bundesplanung.

 

Ich weiss ja, dass wir hier beim Obenender Frühstück auch von Dortmund aus beobachtet werden. Also, verstärkt doch schon mal Eure Anstrengungen, den zweitgrößten Kanalhafen  Europas im Stile der Londoner docklands umzubauen! Ich weiss ja, dass Ihr da schon lange dran seid. Das wäre doch was für die Metropole und ihre Nordstadt. Wir machen dann den Hafen und schicken Euch alles in 60t-LKW zu Eurem GVZ in den Rieselfeldern vor Eurer Stadt oder mit der Bahn zu Eurem eigenen Containerterminal. Das gibt Entwicklungsimpulse. Wie man den Hafen aussehen lassen kann, mögen Leer und Weener zeigen. Da kommt gelegentlich ein Transportschniff zum Be- und Entladen, was man aber wirklich sieht, sind jede Menge Oldtimerschiffe und Wohnboote, neben Freizeitschiffen in großer Zahl. Eine richtige Marina! Mitten im Herzen der Stadt. "Wohnen und Leben am Kanal" bekommt dann auch über zig Kilometer eine völlig neue Bedeutung. Überall können Leistungszentren für den Rudersport entstehen, wenn die großen Binnenschiffe nur noch auf das unbedingt notwendige Maß reduziert werden! Man muss mich nur mal machen lassen und den Weltuntergang von gestern richtig verstehen, als Abkehr nämlich von althergebrachtem Denken und Handeln. Kann das? Das muss wohl!  

 

In diesem Sinne ein fröhliches Weihnachtsfest, welches uns allen vielleicht Einsichten in eine andere Welt vermittelt. Lasst den Kampf Alt gegen Neu, Neu wird sich weiter erneuern müssen, dann spricht niemand mehr von Alt! Soll das? Das soll.

 

Jetzt noch schnell eine zweite Tasse Kaffee, als Pharisäer verkleidet, weil bei der Glätte draußen an Autofahren eh nur gedacht werden kann. Dann noch ein wenig Rum-machen und heute abend vielleicht den letzten Weihnachtseinkauf erledigen, die letzte Weihnachtpost kommt jetzt eh nicht mehr rechtzeitig an. Wir mussten uns schon mit der Online-Zeitung zufrieden geben, wohl wegen der Glätte. Das Telefon bei der Zeitung ist ständig besetzt . . . Es gibt einen Grund für einige Tage der Ruhe.  Tschüss    

 

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