Der Staat, die katholische Kirche und deren Hoffnung auf Stillstand

Auszug,

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Die Katholische Kirche entdeckt nach 2.000 Jahren ihre (r)evolutionäre Kraft wieder – so kann man den Satz des Kölner Kardinals verstehen: . . . einen politisch unkorrekten Lebensstil führen . . . Sie kehrt zurück in ihre Anfänge, da sie als Christentum sich gegen das subjektiv als heidnisch empfundene Rom auflehnte, das gottlose, bis hin zum Erreichen eines dann Jahrtausende geltenden Status als Staatsreligion. Auf dem Boden des Christentums wurde ein großer Teil der Welt erbaut, die sog. westliche ohnehin, Südamerika, Afrika und Teiler Asiens wurden im Wege Mission dem christlichen Glauben gefügig gemacht, der geistig-ethischen Kolonisation Roms unterworfen.

 

Es mag die Kraft des grenzüberschreitenden Glaubens gewesen sein und die resolute Unterwerfung aller Köpfe unter das Denkprimat der Kirche, weshalb Rom selten eigene Heere unterhalten musste, die Könige von Roms Gnaden sorgten für die militärische Stärke. Die Jahrhunderte christlicher Vorherrschaft in Europa und der übrigen Welt waren nicht unblutig, das Vorbild des sich für die Menschen aufopfernden Sohn Gottes und sein Leiden mussten herhalten für Kreuzzüge gegen Andersgläubige, in fernen Landen oder den eigenen Sprengeln, gegen Abtrünnige, welche der Hexerei verdächtigt wurden oder mit dem, Teufel im Bunde zu sein schienen. Angst und Unwissenheit waren ein zielsicher eingesetztes Mittel, jedes Widerwort zu unterdrücken, die Gewissheit, nach dem Tod im Paradies sein zu dürfen der Lohn dafür.


(…)


Wenn aber ein Kardinal und Erzbischof (Meisner, Köln) zu Weihnachten daran erinnert, dass die ersten Christen „. . . gegen den absoluten Trend der damaligen Zeit erhobenen Hauptes einen politisch unkorrekten Lebensstil führten . . .“ so ruft er zum zivilen Ungehorsam gegen meinen Staat auf. Das erfordert Kritik, denn die Kirche erinnert damit nicht nur, sondern mischt ihre Gläubigen gegen den Staat auf, der dabei ist, auf demokratischem Wege Mehrheitsentscheidungen herbeizuführen, welche bis hin zu Verfassungsänderungen reichen können. Sie betreffen die Zukunftsfähigkeit meines Staates und die darin anzuerkennende Leistung von Ehe und Familie. Jede konservative bis reaktionäre Meinung der katholischen Kirche, welche durch keinerlei Argumente unterlegt ist, stört eine nach vorne gerichtete gesellschaftliche Diskussion. Die Kirche kann kein ernstzunehmender Diskutant sein, da ihr durch das Sakrament der Ehe gespendeter kirchlicher Segen zugleich Machtmittel zur Durchsetzung des Wohlverhaltens der Eheleute ist. Sie hat bei einer abnehmenden Zahl von eingetragenen Gläubigen massive Eigeninteressen zur Aufrechterhaltung des Status von Ehe und Familie, sie ist Partei und fordert nun zu zivilem Ungehorsam auf: Man möge sich als Gläubiger unter Berufung auf die Urchristen selbstbewusst gegen den politisch korrekten Lebensstil stellen.


(…)

 

Quellen:

 

FAZ (Online) 26. 12. 2012: 

Weihnachtspredigten der Bischöfe - Zollitsch macht Medien für Gewalt verantwortlich

 

EL-Kurier 23. 12. 2012

Kardinal zeigt Käßmann die kalte Schulter

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Der Staat, die katholische Kirche und der Stillstand
Kampfansage? Kölner Kardinal und Erzbischof Meisner
ruft zu Weihnachten 2012 zu zivilem Ungehorsam auf
Der Staat, die katholische Kirche und de
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