Das Neue Jahr 2013 - soll das? Das Muss!

Bild: www.oliverdavies.com/ meister-eckhart.html
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Moin, heute ist eher so ein Brunch angesagt am Obenende, das Frühstück haben wir überschlagen. Es wurde früh am Kamin, eine gute Flasche portugiesischer Rotwein und eine Flasche Cremant de Loire brut haben zusammen mit dem herrlichen Rum aus Barbados einige Spuren hinterlassen. Zuvor einen leckeren Wok mit fast keinem Fleisch und eine vorzügliche westfälische Herrencreme-Nachspeise . . . dennoch, ich sehne mich nicht zurück in das abgelaufene Jahr, sondern sehe das neue vor mir, zu dem mir Beate im Gästebuch die Losung des Meister Eckhart verraten hat:    

 

Und plötzlich weißt du:
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen
und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.

 

So soll es sein und wir wissen, es gibt für alles einen Anfang. Der liegt meist im Dunkel, weil wir es oft nicht bemerken, wenn etwas Neues beginnt. So denke ich nach vorne, ganz der Statistik erlegen, und sehe da etwa noch 17 Jahre vor mir liegen, lassen wir es 20 bei gesunder Lebensführung - und das kann hier am Obenende - werden. Nicht viel, mag man bei der bisherigen Gesamtlebensleistung denken - aber noch allerhand! Denn denke ich zurück und stelle fest, dass noch - nur auf der Zeitachse allerdings - noch mehr als mein halbes Berufsleben vor mir liegt, 2/3 der Zeit, die ich in meiner Familie mit meinen Kindern verbringen konnte, ziemlich genausoviel, wie ich brauchte, mein Elternhaus zu verlassen. Es wird eine lange und schöne Zeit und ich vertraue (weiterhin) dem Zauber des Anfangs. Kann das? Das kann.

 

Und verliere ich mich in der Mitte der 90er Jahre, dann ist da bis heute soviel passiert, wobei ich meine Familie außen vor lassen möchte, die kann zwar aus dieser Zeit lernen, geht aber heute ihre eigenen Wege, macht eigene Erfahrungen. Die berühmten handys wurden in dieser Zeit eingeführt, das Internet erlebte einen rasanten Aufstieg, Telefonzellen und Briefkästen wurden reihenweise abgebaut, Poststellen zugemacht und auch zunehmend der normale Emailverkehr - von mir zu dir über meinen und deinen Provider in deinen Postkasten auf dem Desktop - durch die Teilnahme an sozialen Netzwerken abgelöst. "In the Cloud" heißt es heute. DHl bereitet zusammen mit anderen Internethändlern unsere flächendeckende Versorgung mit frischen Lebensmitteln des täglichen Bedarfs vor, unserem Dhl-Zusteller sollten wir die kleine weihnachtliche Zuwendung verdoppeln - er kennt unser Konsumverhalten sicherlich bestens.    

 

Ich habe erdrutschartige Verschiebungen in der politischen Welt erlebt. Über Jahrzehnte sicher geglaubtes Terrain wurde vom Wähler neu eingeteilt. Exotische Parteien kamen und werden wieder gehen. Attentate im September rissen Tausende aus ihrem Leben, nahmen mir die Freude, in einer Großstadt zu leben, veränderten die Welt und führten zu neuen Kriegen - ohne dass die Großen es verstanden, aus gerade eben beendeten Bürgerkriegen und ihrer Unfähigkeit, diese zu verhindern, gelernt zu haben.

 

Wir haben die DM aufgegeben und stehen heute mit dem Euro als Faustpfand in einer Reihe mit fast allen Ländern Europas, diesem Kontinent eine gerechte und lebenswerte Ordnung zu geben. Wir sind uns aber noch nicht einmal einig darüber, wie das erwirtschaftet werden soll. Ja, in den letzten 20 Jahren habe ich gelernt, mit den Budgets heranwachsender Damen flexibel umzugehen, früher hieß das Taschengeld. Ich hatte zu lernen, dass es unterschiedliche Bedürfnisse gibt, mit denen man solidarisch umzugehen hat. Solidarisch, meine Damen und Herren, heißt nicht, alles hinzunehmen, sondern konstruktiv im Interesse aller auszuhandeln, soziale Kompetenz zu beachten und dann verbindlich zu machen, es verlässlich zu leben. Muss das? Das muss!       

 

Wenn ich mir dann überlege, was in den nächsten 20 Jahren noch passieren wird, dann fällt mir nur eines ein: Viel. Und vieles davon hat bereits angefangen, ohne dass wir den Zauber bemerkt hätten, manches trägt vielleicht auch eher die Furcht in sich, die wir gerne verdrängen wollen, weniger einen Zauber. Lasst uns aber aufmerksam werden für den Zauber des Anfangs jener Dinge, die unser Leben wirklich weitertragen, wirklich wichtig sind, uns nicht nur beeinflussen. Es wird hier am Obenende noch so viel geben, woanders sicher auch.

 

Unsere, eigentlich ihre, Waschmaschine, sagt Hedi, hat nun 17 Jahre gut funktioniert, solidarisch ihre Arbeit verrichtet und war immer fröhlich. Allerdings hätte sie auch nur eine eingeschränkte Aufgabenvielfalt gehabt, das mag geholfen haben. Ob die auch nochmal 17 Jahre durchhalten wird? Neben ihr steht bereits eine andere, deutlich jüngere, aber seit einiger Zeit unbenutzte. Sie steht da wie der Prince of Wales und wartet auf ihre Krönung. Nur, auch vom Warten wird man älter! Drum bewegt euch, das Neue Jahr 2013 braucht uns alle, es kommen riesige Aufgaben auf uns zu - denn warum sollten es weniger werden, am Obenende, entlang dem Kanal bis hin nach Dortmund und im Rest der Welt? Wird das? Das wird wohl.

 

Und mit dem letzten, noch nicht ganz verschalten Cremant de Loire aus der Neujahrsnacht:

Prosit Neujahr hier am Obenende!

Tschüss.         

 

 

 

 


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