Ein neuer Stern geht auf

Papenburg - Rhede - Dörpen Quelle: Googlemap
Papenburg - Rhede - Dörpen Quelle: Googlemap

Moin, vor einigen Tagen konnte man in der Ems-Zeitung lesen, dass in fernen Regionen unseres Weltalls derzeit neue Sterne entstehen, unendlich weit weg. 450 Lichtjahre entfernt habe ich mir gemerkt - oder waren es 450 Tsd., gar 450 Mill. Lichtjahre? Ich kann nicht nachschauen, die Zeitung ist in der Papiertonne, aber der Weg auch ohnehin zu weit, mal eben nach dem Rechten zu schauen, wie weit man denn dort schon ist.

 

Das geht hier am Obenende einfacher. Die Karte zeigt so ungefähr das Gebiet, wo Rhede, Dörpen und Papenburg demnächst interkommunal zusammenarbeiten wollen: Im Norden Papenburg mit Werft, Hafen und irgendwann zusätzlich 120 ha Industriefläche, im Westen die Grenze zu den Niederländern und Rhede in seiner Schlüsselposition, im Süden Dörpen, Schnittpunkt mehrerer ausbaufähiger Wasserstraßen, Standort eines global operierenden Produktionsbetriebes und eines leistungsfähigen Güterverteilzentrums, ausbaufähig zu einem hochmodernen Containerterminal. Und natürlich weitere Gewerbeflächen und Baugebiete . . .  Im Osten das unendliche Moorgebiet, man sieht gerade noch die Teststrecke für PKW und LKW. Möglich, dass Dörpen als Samtgemeinde im Süden aus der Karte springt und korrigiert werden müsste.

 

Da hat nun heute der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag seinen Presseauftritt, er fordert nämlich eine deutlich über das angestrebte Ziel einer wirtschaftsstrukturellen Zusammenarbeit hinausgehende Perspektive für die Region: Eine abgestimmte Zusammenarbeit in Sachen Kultur, Bildung, Tourismus und auch Sozialem. Er schlägt die regelmäßige Einbindung aller Abgeordneter dieser Region aus Bund und Land vor und sieht letztlich ein Gremium, welches - demokratisch gewählt - den Wählerwillen umsetzt. Nanu, Kann das? Das kann wohl, wenn . . .

 

Und hier setzt nun meine Ems-Zeitung nach und entwickelt die Vorstellung einer neuen Stadt im Emsland, der dann mit 60.000 Einwohnern größten. So im Kommentar der Chef des Lokalteils. Zwar gibt er dem noch etliche Jahrzehnte Zeit, aber in Zeiten knapper Kassen könnten ja immerhin zwei Rathäuser eingespart werden. Die Entscheidungswege würden kürzer werden, schreibt er. Er schreibt nicht, dass die Wege der Bürger dann auch länger werden. Nicht alle werden sich des Internets bedienen können. Serviceeinrichtungen werden vor Ort weiter bestehen bleiben. Aber das ist sowieso noch sehr lange hin. Jedoch, so meine ich, sollte man dann auch schon einmal über den Namen nachdenken. Den einer der beteiligten Gemeinden wird man nicht nehmen können, denn es wird sich um keine Eingemeindung handeln, worunter seinerzeit (1974) Aschendorf zu leiden hatte (und es immer noch tut), als es vom Kreissitz zu einem Ortsteil von Papenburg abstieg. Nein, man sollte sich zu einer Neugründung durchringen.

 

Drum habe ich hier ja auch die Karte eingebunden - und was finden wir dort im Zentrum des Gebietes vor: Aschendorf. Das wäre doch eine späte Rehabilitation, so nach dem Jahr 2040 beginnend und ein knappes Jahrhundert nach der alten Schmach tatsächlich umgesetzt. Der Emslander hat gelernt zuwarten - vergisst aber nie! So ein neuer Stern braucht eben seine Zeit. Finanziell gebracht haben wird es nichts, das rechnen die Verwaltungen schon aus, im Zweifel korrigiert die Politik örtliche Angebote nach oben. 60.000 Einwohner (oder wieviel auch immer) in einem aus einer Hand regierten prosperierenden Wirtschaftsraum, der größten Stadt des Emslandes, wegen ihrer sehr guten Verkehrsanbindung Standort der wichtigsten Globalplayer: Aschendorf, das wär's doch! Kann das? Nachdenken und Gemurmel. . . . wohl, ist nur zu vernehmen. Das muss wohl, soll es wohl heißen.

 

Übrigens der FDP-Fraktionsvorsitzende stammt aus Aschendorf, dort hat die FDP traditionell einen äußerst hohen Stimmenanteil, und gestern war auch der FDP-Generalsekretär im Rahmen des Wahlkampfes zu Besuch. Wenn das nicht hilft? Kann das? Das kann nicht.

 

Und so kippe ich den kalten Kaffee weg, denke an den letzten (gescheiterten) Versuch, in Dortmund nach 35 Jahren Stadtbezirke wegen der Kostenersparnis zusammenzulegen und werde mich der Lektüre eines Weihnachtsgeschenks meiner Tochter hingeben: Ist Intelligenz erblich? Und ich denke: zumindest Sehnsüchte müssen es sein, denn sonst wird das nichts. Tschüss

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