Geh doch wo du willst, du Depp - Adieu!

Russischer Panzer aus dem Krieg gegen Finnland
Russischer Panzer aus dem Krieg gegen Finnland

Moin, es sind dann doch weniger die Worte, welche wir vom Dreikönigstreffen der Liberalen zu hören bekommen haben und die uns beim Frühstück beschäftigten sollten, so die vorschnelle Ahnung. Mangels Masse um den einen König wurde nicht einmal an seinem Stuhl gesägt. Und es passierte das, was ich bei der Staffelübergabe in einem Vereinsvorstand auch schon erlebt habe - jüngere, oder zumindest in ähnlicher Lebensphase stehende, haben keinen Anspruch auf den Thron nach dem 20. Januar wrklich erheben wollen - nur ein erfahrener, doch etwas lebensälterer Wirtschaftliberaler hat die Hand gehoben und zumindest versucht, den anwesenden Mitgliedern eine Richtung zu weisen, zu einem Aufbruch zu führen. Aber ob der sich das wirklich antun will? Es ist nicht unser Problem hier am Obenende. Es wird uns sicher auch nach dem 20. Januar kalt lassen. Aber das ist jetzt große Politik, da lasssen wir die Finger lieber von weg, das sollen andere machen. Muss das? Das muss.

 

Die Ems-Zeitung berichtet nämlich davon, dass in Deutschland ein religiöser Rassismus zunimmt und sich gegen den Islam und ihre Angehörigen richtet. Ist das auch große Politik, zu große womöglich? Wir finden das nicht und wissen aus dem nördlichen Emsland - womit wir Papenburg meinen - kein griffiges Beispiel für eine solche Fremdenfeindlichkeit zu nennen. Aber ein Problem ist das schon, meine ich mich an Dortmund zu erinnern. Nur, ist das eine Aufgabe der großen oder der kleinen Politik? Die Bundesregierung - so meine Ems-Zeitung im heutigen Leitkommentar, der natürlich aus Osnabrück stammt - sieht zumindest keinen Lösungsbedarf, möglicherweise auch keinen -ansatz, fragen wir uns. Kann das? Das kann.

 

Gerade in Wahljahren ist der Umgang mit Nichtwählern nicht so sehr zielführend. Und, falls es doch ein Problem sein sollte, so trifft es diejenigen, die einen sowieso nicht wählen. Also erst einmal abwarten, man hat genug zu tun mit der eigenen Klientel. Muss das? Das muss wohl. Und im übrigen ist es doch eher ein Problem der kleinen Politik, der vor Ort, meint man die Großen zu hören. Wo entstehen denn die Probleme, weshalb werden sie denn unterschiedlich erfolgreich gelöst? In Werlte z. B. hatte es zum Beginn der 90er Jahre einen sehr großen Anteil russlandstämmiger Deutscher gegeben. Natürlich gab es da erhebliche Reibereien - gerade wenn junge Menschen ihre Position in einer Gesellschaft einnehmen wollen, die sie nicht versteht und daher vorschnell ablehnt. Erhebliche Integrationsanstrengungen (Bildung und Arbeit) haben bei entsprechendem Vorlauf Abhilfe schaffen können. Die Zeit ist vor Ort überwunden worden.

 

Und ich denke an Sögel und die Eimermenschen vom Schlachthof, meine Ems-Zeitung berichtete und wir haben  es auch getan. Jetzt beim Neujahrsempfang klang es anders, man brauche die vielen Arbeitskräfte aus fremden Ländern und wolle mit ihnen gemeinsam am Bild eines prächtigen Sögels weiterarbeiten, es zu einem Zentrum des Hümmlings entwickeln, auf das man gerne schaue. Ich kenne solche Worte und weiss, dass sie vielleicht in die Herzen der Eimermenschen gelangen wie sie von den Einheimischen bezeichnet werden. Sie werden aber die Köpfe und damit das Denken der Sögeler nicht erreichen, jetzt nicht, morgen nicht, vielleicht übermorgen.

 

Und jetzt sind wir wieder beim religiösen Rassismus, der ja nicht neu ist. Wir empfinden ihn intensiver, weil wir Fundamentalisten ausmachen können, das fördert ein gesellschaftliches Scherenschnittmuster, hinter die Butzenscheibe zu kleben, monochrom, am liebsten schwarz-weiss. Wir machen die Fundamentalisten auf der anderen Seite aus, verlieren jedoch unsere Scharfmacher aus dem Auge. Diese in den Blickpunkt zu rücken, ist eine Aufgabe der großen Politik, aber wahrscheinlich keine lohnende, denn es geht um %-Punkte. Für uns am Obenende allerdings so oder so lohnend, denn den wachsenden Anteil jener, die unverholen Rassismus predigen - auf beiden Seiten - halten wir für unerträglich. Er bringt die Balance unserer Gesellschaft ins Wanken, stört den Frieden, lähmt unsere aller Bereitschaft mit geöffneten Armen helfen zu wollen, zu können. Dann geht das eines Tages auch am Obenende nicht mehr.

 

Wie hieß es in den 60er und 70er Jahren noch, als "linke Spinner" eine gerechtere Gesellschaft einforderten? "Geht doch nach drüben!" und meinte die damalige DDR. So mag man heute, wo diese sog. "linken Spinner" sehr erfolgreich am Aufbau unserer gerechter gewordenen Gesellschaft mitgearbeitet haben, nicht nur den religiös motivierten Rassisten zurufen: "Geh doch wo du willst, du Depp - Adieu!" Muss das? Das muss. Die wollen ihr Lernen doch nicht machen! Und mitwirken schon gar nicht.

 

Wir schauen uns an, denken wie zufällig gleichzeitig an das Busenwunder und Erotikidol unserer lange zurückliegenden Zeit. Auch die ist ein Depp: Adieu! Noch ein Kaffee und Tschüß  

 

 

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