Auf dem Sonnendeck, oder: wo sind die 50 Mio €?

Moin, manches Thema gäbe es heute, z. B. warum manche die Partei wechseln, weil sie nicht als Kandidaten aufgestellt werden, aber das ist in Hannover. Oder über die Anzeige von Dr. B. Remmers (Sohn einer Ministerfamilie), der den Justizminister B. Busemann deshalb wählt, weil er geholfen hat, die Landesgartenschau nach Papenburg zu holen. Was mag er getan haben, es gab nur einen Bewerber . . . Rubrik: durchsichtiger Wahlkampf. Ist das? Das ist.

 

Nein, das beherrschende Thema hat der Papenburger Lokal-Chef der Ems-Zeitung auf die erste Seite gebracht: Meyer Werft will 50 Millionen sparen. Ja, und das, nachdem in den letzten Wochen jubelnd von tollen Aufträgen gesprochen wurde, innovativen Schiffsbauten, welche der Werft eine Auslastung bis 2015 sichern würden. Tun sie auch weiterhin, aber . . . Kann das? Das kann.

 

Ob Bernhard Meyer allerdings das auch Hannelore Kraft erzählt hat, die vor wenigen Tagen hier auf der Werft ganz begeistert war - wir bezweifeln das. Sie machte nach dem Besuch immer noch ein fröhliches Gesicht. Und die Ems-Zeitung berichtete, dass der Stahl für die Schiffe aus Deutschland stamme. War sie deshalb hier, damit das auch so bleibt? Dann wäre sie nicht mit einem fröhlichen Gesicht fortgefahren -oder Bernhard Meyer hätte nur die Hälfte erzählt von dem, was für ihn sicherlich absehbar war. Kann das? Das kann.

 

Nur weil zu teuer, so steht heute in meiner Ems-Zeitung, hat die Meyer-Werft den größten Auftrag ihrer 200jährigen Geschichte nicht erhalten, einen Luxusliner im Milliardenwert auf der Ems zu bauen, wohl den dann größten der boomenden Kreuzer-Welt. Es sei nur um die Kosten gegangen. Die Mitarbeiter wurden bei Schichtbeginn mit Flugblättern über die Lage informiert und aufgefordert, Vorschläge zu machen, in diesem Jahr 50 Mio € einzusparen. Ziel ist es, dadurch die Marktposition der Werft langfristig zu stabilisieren. Es gibt, da zitiere ich meine Ems-Zeitung, weltweit acht Werften, die sich auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen spezialisiert haben. Sie haben eine Kapazität von jährlich 19 Schiffen, nur für 7 bestehen allerdings derzeit Aufträge. Wie immer das jetzt gerechnet wurde, es verdeutlicht zumindest, dass die Werftanlagen weltweit zu weniger als der Hälfte ausgelastet sind. Das macht nachdenklich und bestätigt zugleich: Diese 50 Mio € sind ab sofort und auf Dauer einzusparen. Muss das? Ich denke, das muss.  

 

Und ob dann der Stahl - als Grundsatzfrage der Beschaffung - noch aus Deutschland kommen wird, muss man abwarten. Während bei der Werft 2.500 Mitarbeiter Schiffe bauen und weitere 4.000 Arbeitsplätze in der Region daran hängen, sind es bundesweit nach Schätzungen rd. 20.000, die von unserem Schiffsbau - und der lfd. Ausbaggerung der Ems - leben. Wenn nichts undenkbar bleiben darf: Wieviele werden es Ende 2013 sein? Oder aber man erkennt, dass der ewige Bau von Kreuzfahrtriesen irgendwann in eine Sackgasse führen wird und verwendet die Rücklagen für die Weiterentwicklung innovativer Ideen. Immer eine Nasenspitze voraus, die Erfolgsgarantie einer 200jährigen Geschichte dieses Familienunternehmens!

 

Dass die Mitarbeiter jetzt 50 Mio € finden sollen . . . das bindet sie eher in die Suche ein, und das ist gut so! Hilflos wird das Management nicht sein, aber bemüht, den Strukturwandel im eigenen Haus sozialverträglich umzusetzen. Dennoch, als kleine Drohung zu verstehen, die letzten Aufträge hätten schon keinen Gewinn mehr versprochen, nur Arbeit in Papenburg gesichert. Muss das? Das muss. 

 

Ja, so entfährt es uns, der Bernhard Meyer macht noch einmal Klarschiff, bevor er im lfd. Jahr das Ruder seinem Sohn überlässt. Der hat jetzt genug Meyer-Werft gelernt, ist 35 Jahre alt und nun dran. So ist das hier. Dennoch, im Nachhinein macht es mich nachdenklich, während des Wahlkampfes haben sich m. E. nur SPD-Kandidaten bei der Werft blicken lassen, die Ministerpräsidentin von NRW und der zukünftige Wirtschaftsminister von Niedersachsen. Herr Remmers bringt den derzeitigen Justizminister Busemann ins Gespräch, die Landesgartenschau 2014 nach Papenburg geholt zu haben. Es gab aber auch nur einen Bewerber. Und das Budget dieser halbjährigen Veranstaltung wird - nur mal so zum Vergleich - deutlich unter 50 Mio. € liegen . . .

 

Soll das? Das soll nicht, bin schlecht zufrieden, weil hier irgendwas nicht mehr stimmt . . . nur Wahlkampfgetöse? Nein, keinen Kaffee mehr. Tschüss     

  

 

Kommentare: 3 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Alline Talkington (Donnerstag, 02 Februar 2017 04:55)


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  • #2

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  • #3

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