Netze für ein Leben und mehr

Moin, da lesen wir doch immer, wie schlimm es die Kinder haben, wenn sie zuviel und überhaupt im Internet surfen, von den Problemen mit den Ballerspielen und so hört man dagegen immer weniger. Aber auch: Kinder können so viel Positives dem Netz abgewinnen, man muss sie nur richtig anleiten und vor allem auf ihre Fragen eingehen. Genaues wird man wohl nur durch eine riesige Stichprobe herausfinden könnden, wohl mindestens 20.000 Kinder, denn es sind mit Sicherheit regionale Unterschiede zu beachten. Aber auch dann sollte man am besten sein Kind beobachten und befragen, jedes wird anders sein. Am besten wäre es, einfach mal nachzudenken, wenn man auf der Suche nach dem Königsweg ist. Und es dann tun. Soll dass? Das soll.  

 

Was richtig ist, wissen wir nämlich auch nicht. Das weiss man immer erst am Ende, was richtig war. Wenn man sich hier am Obenende umschaut, dann findet man hier ein großes Netz von Kanälen und an denen wird von den Jungs (und auch, aber weniger, den Mädchen) von klein auf geangelt. Das ist sicherlich spannender, als sich auf Youtube anzuschauen, wie andere tolle Hechte fangen. Selber ein toller Hecht sein, und sei es auch mit einer 3-Pfund-Brasse. Das Erlebnis, die daraus hergestellten Frischfrikadellen zu mampfen wird durch nichts zu ersetzen sein. Und auch gemeinsam stundenlang nichts zu fangen, kann entwicklungsfördernd sein.

 

Man glaube nicht, dass eine Stadt, die kaum einen ÖPNV hat, auf das Mama-Taxi angewiesen ist, damit die Kinder Kontakt halten können. Das Fahrrad und die vielen Radwege machen sie früh zu gleichberechtigten Partnern der großen Leute. So pflegen sie das Netz ihrer Freunde. Es ist ja auch übersichtlich mit den wenigen Schulen vor Ort, die zur Auswahl stehen. Natürlich, gleich nach der Schule, noch beim Mittagessen, per handy nach den Hausaufgaben fragen, was hatten wir auf? Oder per email, auch über facebook. Natürlich kennt man hier auch das smartphone . . . ! Es gibt ja auch Freunde in benachbarten Dörfern. Aber Leben geht hier anders am Obenende - sehr viel direkter.

 

Es gibt ja auch ein großes Netz von Cousins und Cousinen zu pflegen, Onkels und Tanten gab es immer schon genug. Familien sind hier größer, wichtiger ihr Zusammenhalt und bedeutender für die Sozialisation des Nachwuchses. Ob das so bleibt? Auch am Obenende geht die Zeit nicht vorüber, ohne die Rosen welk werden zu lassen.    

 

Und dann? Die Familiennetze reichen heute über Generationen. Aber ob sie das im selben Umfang weiter tun werden mag man bezweifeln. Wer wird denn mal die Gräber pflegen, wenn die Kinder anderswo Arbeit gefunden haben, die Neffen und Nichten weniger geworden sind und die Enkel sich nicht mehr erinnern können. Zu klein waren sie, als Oma oder Opa aus ihrem Leben traten. Kann das? Das kann.

 

Da ist es Zeit, Alternativen zu finden. Während Alt und Jung heute das Netz bedienen, um ihr Leben zu bereichern, so erforderlich, entstehen zeitgleich Friedwälder für die Toten, denn die Pflege ihrer Gräber kann so der Natur überlassen werden, für fast 100 Jahre und das wird reichen. Es gibt einen Ort der Erinnerung, einen Baum.  

 

Solche naheliegenden Projekte entstehen z.Z. in Logabirum (Ostfriesland) und in Papenburg. Es ist nicht leicht, die Menschen dort davon zu überzeugen, denn ihre Wälder sind dann eine sehr lange Zeit unantastbar für andere Planungen. Und eigentlich braucht man solch eine große Fläche (60 ha Wald im Minimum) am Ort nicht - aber die Natur wird es danken und der Mensch, wenn er seine Netze kleiner werden sieht. Es gibt im Netz heute Trauerseiten, an Verstorbene zu erinnern, man kann dort Kerzen anzünden, Fotos und Nachrufe hochladen - für ewig, solange es dem Betreiber der Website gefällt. Aber die Asche, die braucht einen Platz in der Erde. Muss das? Das muss.

 

Die Kerzen beim Frühstück sind fast runtergebrannt - aber keine Angst: Die neuen liegen schon bereit, Leben und Freude gehen weiter, aber irgendwann einmal wird auch das letzte Lichtlein ausgeblasenen sein. Daran kann man ja mal denken und sich seines Netzwerkes erfreuen. Kann das? Das kann. Und deshalb noch eine zweite Tasse Kaffee einschenken, den Tag wohl in Ruhe zu beginnen, mal den Schreibtisch aufräumen und diesen Freitag abends gut zufrieden am Kamin beschließen. Dann ist wieder Wochenende. Tschüss.     

 

Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Hobert Brundige (Donnerstag, 02 Februar 2017 09:05)


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  • #2

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