NetzwerkerInnen und ihre Gegner

Moin, manches Mal muss man es etwas dramatischer machen, als es wirklich zu sein erscheint. Ja, was nun, mag man beim Frühstück nervös fragen. Wir ziehen die Augenbrauen hoch und erinnern an die Fischreiher, denen bei der Jagd nun auch sehr viel Geduld abverlangt wird, das würde uns sicherlich auch gut anstehen, aber . . . Der virtuelle Besucher versenkt sich schamesrot angelaufen in sein Cyber-Frühstücksei und wir berichten vom ersten Netz, einem sehr realen, nämlich dem Schienennetz. Muss das? Das muss.

 

Darüber geht hier sehr vieles, alle zwei Stunden ein IC, der die Nordseeküste über die Bahnhöfe in Untenende und Münster mit der Welt verbindet (aber auch Schüler von Meppen nach Lingen bringt), ein stündlich verkehrender Regionalexpress, dessen Welt in Münster aufhört zu sein und zwischendurch Güterzüge, auf die der Hafen in Emden, aber auch mancher Produktionsbetrieb an der Strecke angewiesen ist. Das Jahr hat noch keine 30 Tage und schon hatte sich ein PKW am Übergang Kluse auf die Schienen gelegt und nun ein LKW die sich schließende Schranke in Lathen mächtig in den Schienenraum verbogen, sich dann aber aus dem Staube gemacht und den Rest dem Regionalexpress überlassen. Dort gab es dann erstmal keine Schranke mehr. Jedoch gleichfalls keine Verletzten und deshalb nichts für die Weltpresse. Nur: Achtung, wenn sich autarke Netze treffen (Straße und Schiene), da gibt es kein Pardon!

 

Das gilt auch jetzt schon, bevor das neue Netz überhaupt errichtet worden ist, nämlich die Trasse der neuen Stromleitungen, welche dann den Off-Shore-Saft aus der Nordsee in den Süden der Republik zu den dortigen Industriebetrieben bringen sollen. Auch so ein ganz besonderes Netz, an welches das Emsland und vor allem Obenende wohl kaum wirklich angeschlossen sein wird. Man kann und will ja auch nicht alles haben, das Netz der vielen Windräder ist Mahnung genug!

 

Über die Handy-Netze wollen wir gar nicht reden, das gehört wegen der vielen schwarzen Löcher hier am Obenende und überhaupt im Emsland, je nach Anbieter, schon mal in das Gebiet der Astronomie. Interessant wir es aber dann beim Ausbau des Festnetzes, für Telefonie, Datentransfer und damit natürlich auch für unser Internet. Also die gesamte moderne Breitband-Super-Verkabelung, ohne dass wir uns jetzt im Detail verlieren. Ja, das soll auch kommen, wenn es nicht schon da ist, und darüber freuen wir uns mächtig, denn ohne dieses Netz und seine Vernetzungsmöglichkeiten gäbe es hier am Obenende zwar weiterhin wunderbare Landschaften mit viel Ruhe - aber alles ist das nicht.

 

Und anderswo liegen dafür auch echte wirtschaftliche Interessen vor. Das ist hier genauso, wie am anderen Anfang des Kanals, man will ja beim Ausbau der Infrastruktur miteinander kommunizieren wollen. Und so hatte die CDU-Abgeordnete im Bundestag den Leiter der Bundesnetzagentur zu einem Runden Tisch geladen. Daraus hat dann meine Ems-Zeitung berichtet, wie es um die Netze und deren Ausbau hier so steht. Auch um die Verkabelung. "Aber das muss auch wirtschaftlich sein," hatte er hinzugefügt. "Wenn es das, wie so häufig, nicht sei, läge es an der betroffenen Kommune, ihren Teil hinzuzulegen." "Zu wenig transparent sei die Rechnung," erwiderte sofort der Runde Tisch. Aha, Kann das? Das kann.

 

Das alles focht Gitta Connemann MdB nicht an. Sie hatte den Leiter der Bundesnetzagentur zum Runden Tisch eingeladen, hatte über ihren facebook-account Fragen gesammelt und freute sich an der öffentlichen Diskussion im geschlossenen Raum. Ja, gut vernetzt muss man sein, denn in acht Monaten heißt es wieder: "The winner takes it all!" Kann das. Das kann.  

 

Nur, wer der Winner sein wird, lassen wir jetzt noch offen. Wird sich das an oder in den besseren Netzen entscheiden? Kann das? Das kann wohl. Dann noch die letzte Tasse Kaffee und Tschüss. 

 

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