Kreativquar(k)-Tiere und anderes Viehzeug

Moin, mal wieder Sonntag, wir können aber unsere Ems-Zeitung gut entbehren. Nicht sosehr, weil es heute Werbezeitungen gibt, sondern wegen der Ruhrbarone. Tja, da staunt ihr hier im Emsland, am Obenende und anderswo. Das ist so im Kleinen eine Alternative zur Verödung der Zeitungslandschaften - allerdings erst nur im Ruhrgebiet, wo Dortmund jetzt als neuerlicher schwarzer Fleck auf der Medienlandkarte erkannt und sofort auch anvisiert wurde. Freie Journalisten arbeiten auch Lokales auf und ein, schaffen eine überschaubare Medienlandschaft, wo man dann zunehmend häufiger reinschaut, wenn man sich einmal befreit von sachfremden Rahmenbedingungen Infos sucht, aktuelle und strategisch weitblickende, quer-analysierende oder tief an die Basis gehend recherchierende. Ein kreativer Umgang mit einem neuen Markt, der Online-Zeitung. Und irgendwie wird sich das schon rechnen. Muss das? Das muss.

 

Und jetzt haben die Ruhrbarone aus dem geheimen Tagebuch des NRW-Wirtschaftsministers berichtet. Ob der nun wirklich ein geheimes Tagebuch seiner Dienstreisen führt sei dahingestellt, aber die story klingt so, als sei sie echt und wahr. Und zudem ist er mit einem Foto abgelichtet - wer mag da Zweifel an der Echtheit hegen, zumal es so sehr gut gewesen sein könnte. Garrelt Duin heißt der NRW-Wirtschaftsminister und ist eine auch hier am Obenende sehr gut bekannte SPD-Größe aus Leer, unweit von hier, aber jenseits des Glaubensäquators. Und der macht jetzt eine "Inspektionsreise" durch das Ruhrgebiet, gemeinsam mit dem European Center for Creative Enonomy (ECCE). Der Eindruck ist verheerend - und mit Sicherheit würde keine etablierte Tageszeitung diesen weitergeben wollen. Es wird eben keine lokale Identität gestiftet, sondern Skepsis geschürt. Und die ist ja immer schlecht für's Geschäft. Kann das? Das kann.

 

Aber dann wird's beim vertiefenden Lesen kritisch. Hallo, der 23. März wird als Termin des Besuchs genannt, ein Freitag, den gibt's doch gar nicht in diesem Jahr! Also doch eine Fiktion, hätte mich doch sehr gewundert, wenn der Minister in einem geheimen Tagebuch derartige Notizen macht und die dann an die Presse gelangen. Aber, man verweist auf einen anderen Beitrag von der Rundreise und daraus wurde dann der eigenen Text entwickelt. Also, da machen sich die Ruhrbarone wohl lustig über den verwirrten Leser! Oder fordern seine Intelligenz heraus - ist anders, aber ähnlich. Denn jetzt liest man von dem Besuch ganz anders. Und wie steht "unser" Minister da?

 

Wenn man beides vergleicht, dann sind da schon Ähnlichkeiten zu erkennen, aber der Originalbericht wirkt doch wirklich viel besser! Da erkennt man doch all das wieder, was man täglich liest und nicht jeder ist ein Kreativer, dass er sofort erkennt, wie wenig das mit der Realität zusammenhängt. Ein langer Atem wird gefordert, Förderung für mindestens fünf Jahre, die Netze müssten sich erst entwickeln. Und die Projekte sprechen doch jeden an. Kann man nachlesen und ist zur Sicherheit auch als download unten aufgeführt, falls es gelöscht werden sollte. Denn Widerwillen macht sich schon breit. Da fehlt der Markt, da fehlt die wirkliche Innovation - die der Kreativen, nicht der Planer und Projektentwickler. Vielleicht macht das Lesen der Karikatur dann auch einen echten Sinn: Da steht doch nur, was man immer schon gedacht hat. Bloss fehlten einem die Beweise. Aber es passt zusammen, wir wissen das. Das ist doch mal eine kreativer Umgang mit Informationen,     um das Meinungsmonopol auszuhebeln! Erfordert aber noch mehr Intelligenz! Muss das? Das muss.

 

Also, lest das mal durch und bildet Euch eine Meinung. Ich trinke inzwischen meinen Sonntagskaffee. Seid Ihr doch mal kreativ an diesem Sonntag! Ist heute etwas später geworden. Tschüss.    

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