Politik für die Familie!

HOFFNUNG auf Frühling
HOFFNUNG auf Frühling

Moin, was mag Familie sein? Und ich will das mal so für mich abschließend anhand aller denkbaren Beispielskonstellationen sagen: Frau&Mann&Kind(er), Frau&Kind(er), Mann& Kind(er), Frau&Frau&Kind(er), Mann&Mann& Kind(er). Und damit sollten wir es gut sein lassen. Ob nun noch mehr Frauen, noch mehr Männer, staatlich und kirchlich sank-tionierte Partnerschaften oder auch nicht mit im Spiel sind - entscheidend ist die Frage, wer ist für die Kinder verantwortlich: dass sie groß werden können, ihnen die Nase geputzt wird, sie in die Schule gehen und selber irgendwann dann Träger unserer Gesellschaft werden, so wie es ihre Eltern sind bzw. sein sollten. Erziehung und Sozialisation ist zuvörderst die Aufgabe von Familienkonstellationen, wird aber sowohl im Laufe des Lebens der urprünglich kleinen auf zunehmend mehr andere Institutionen übertragen und hat in unserer Gesellschaft auch zunehmend mehr an der ursprünglichen Bedeutung verloren. Kann das? Das kann.

 

Daneben steht die Liebe der Erwachsenen zueinander. Steht die Liebe zu den Kindern, steht die Freude am gemeinsamen Leben, denn der Weg in ein solches wurde in aller Regel frei gewählt, ist eine Entscheidung für eine Lebensform. Das sollte den Staat nicht weiter interessieren, denn es gibt viele verschiedene Wege zum individuellen Glück, solll doch jeder nach seiner Façon selig werden. Letzteres stammt von Friedrich dem Großen:  Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mus der Fiscal nuhr das Auge darauf haben, das keine der andern abrug Tuhe, den hier mus ein jeder nach seiner Fasson Selich werden." So schrieb man es damals im 18. Jh. War das? Das war.

 

Und darum sollte der Staat endlich damit aufhören, die Wege zum persönlichen Glück zu unterstützen, sondern sich denen widmen, was diesem dann entspringen kann, den Kindern. Denn diese sind es, die dem Staat eine Zukunft sichern. Dass diese nur kommen können, wenn das Umfeld stimmt, liegt auf der Hand, ist aber nicht allein am finanziellen Glück der Eltern zu messen, die eine staatlich gewünschte Beziehung eingehen. Es ist die Sicherheit, vom Staat und der Gesellschaft nicht allein gelassen zu werden, wenn es an die Erziehung der Kinder geht. So und hier setzen wir doch einmal an. Wir? Da war doch heute Rudolf Seiters bei uns zu Besuch! Nicht wirklich, obwohl ihm der Weg vom Untenende, wo er wohnt, hierher zum Frühstück am Obenende sicherlich nicht zu weit gewesen wäre. Nein, er lag als Aufmacher der Ems-Zeitung auf dem Frühstückstisch. Er verlangt als Gegenposition zum Betreuungsgeld eine Betreuung von bis zu 12 Jahre alten Kindern in Tagesstätten als Rechtsanspruch und begründet das ausführlich. Wir können uns dem anschließen, denn alles andere, was jetzt von der CDU als Familienpolitik formuliert wurde, hat nur geringe Halbwertzeiten und soll gerade mal bis zur Bundestagswahl halten, ohne ernsthaft umgesetzt werden zu müssen. Seiters, heute DRK-Präsident und früher einmal Kanzleramtsminister unter Kohl während des deutschen Einigungsprozesses, anschließend Innenminister bis er nach der mißglückten Aktion des Bundesgrenzschutzes in Bad Kleinen zurücktrat, denkt perspektivisch. Und das ist gut so, auch wenn man die Akzente etwas anders setzen könnte. Muss das? Das muss.

 

Ja, er fordert auch familienfreundliche Arbeitszeiten, aber man müsse endlich "Nägel mit Köpfen" machen, nicht immer nur diskutieren - und meint damit sicherlich auch Wirtschaft und Gewerkschaften, die einzubinden wären. Es ist nämlich eine liebliche Forderung der Familienministerin Schröder, auf Wunsch und verbundenen mit einem Rechtsanspruch von einer Halbtagstelle wieder in eine Vollzeitstelle kommen können. In der Praxis und nach mehrjähriger Tätigkeit mit geringerer Stundenzahl wird das aber schwierig bis unmöglich - was es den betroffenen Frauen (oder Männern) überhaupt schwierig machen kann, in einer solchen Lebenslage überhaupt eine ausbaufähige Position zu bekommen, man weiss ja nie . . . Das, so denken wir, müssen Gewerkschaften und Arbeitsgeber aushandeln, muss für große wie kleine Unternehmen machbar sein, aber nicht allein per Gesetz geregelt werden. Kann das? Das kann nicht.

 

Jau, und wenn wir schon einmal da angekommen sind, was brauchen wir dann noch das Ehegatten- oder (neueste Diskussion) Familiensplitting? Schafft alles nur Schieflagen und kostet Geld, das für den Bau und den Betrieb von Tageseinrichtungen dringender benötigt wird. Naja, vielleicht ist es nicht gut, damit in den Wahlkampf zu gehen, da allerdings sind wir für eine klare Kante - und die spricht eben nicht für Frau Schröder. Kann das? Das kann.

 

Und so freuen wir uns, dass die Diskussion Dank Seiters (so sehen wir das) nun auch seitens der CDU auf den Punkt gekommen ist. Familienpolitik muss nachhaltig tragfähig sein, über die Parteigrenzen hinweg zu einer langfristigen Lösung kommen. Das man da immer alte Männer braucht  . . . !

 

Naja, ist noch nicht alles in trockenen Tüchern, aber vielleicht schon auf dem richtigen Weg und in der SPD wird der Aufnahmeantrag bereits vorbereitet. Jetzt aber schnell den Kaffee austrinken und Tschüss.       

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