Aufbruch mit Hindernissen

Ein Aufbruch von vielen
Ein Aufbruch von vielen

Moin, es ist ja nun nicht so, dass hier am Obenende und dort im Emsland alles nach einem festen Schema abläuft - ein solches Bild wäre doch zu simpel und würde der Vielfalt des Lebens hier im Nordwesten der Republik nicht in Ansätzen gerecht. Zugegeben, wenn man hierher fährt, durchquert man schon größere Moorflächen - das Emsland ist so. Aber dann ist es auch wieder gut oder eben noch besser, je nach dem, wie man sein Leben eingeteilt hat. Die Zugvögel kehren zur Zeit wieder um, es ist ihnen zu kalt geworden - und das gibt zu denken. Nicht jeder Aufbruch führt sofort zu einem Ziel, es gibt unerwartete Rückschläge und damit ist dann auch flexibel umzugehen. Muss das? Das Muss.

 

Da wird von einem anderen Aufbruch heute berichtet. Die SPD hat für den Bundestagswahlkreis Unterems jetzt einen Kandidaten gefunden, nachdem zuvor familiäre Gründe zu einem Rücktritt der bisherigen Kandidatin geführt hatten. Er scheint die richtige Wahl zu sein, stellt richtige Punkte aus dem Wahlprogramm in den Mittelpunkt seines politischen Profils, wirkt dynamisch, ist als DGB-Vorsitzender und -Geschäftsführer in der hiesigen Großregion erfahren genug zu wissen, was die Menschen am meisten drückt: der gerechte Lohn. Es wird Hindernisse geben bei seinem Aufbruch, aber er wird seinen Weg gehen, dessen sind wir sicher. Nun hat er schon einmal einen Aufmacher im Lokalteil erhalten - man müsste einmal nachschauen, ob das immer so selbstverständlich war. Kann das? Das kann wohl nicht.

 

Ob er es direkt schaffen wird, bleibt abzuwarten, denn seine CDU-Konkurrentin hatte zuvor 45 % der Stimmen auf sich vereinen können, sein Vorgänger knapp 30 %. Da wird auch wohl keine gute Presse nachhelfen können. Aber vielleicht schafft er es ja, sich gegenüber den Direktkandidaten der kleineren Parteien besser durchzusetzen. Dann wäre da eine Chance. Und mit der Forderung nach gerechtem Lohn könnte man auch hier am Obenende glaubwürdig punkten. Es gibt ja auch einen neuen Papst in Rom, einen Jesuiten mit Affinität zu den Franziskanern, vielleicht hilft das zur Einsicht. Nun, es gibt noch Hindernisse! Ist das? Das ist wohl. 

 

Na, und dann kein Morgen ohne Dörpen. Die Schweinezüchter dort, eine wichtige Mittelstandsgruppe hier im Emsland, wurden von dem "Direktor Landwirtschaft des Schlachtkonzerns Vion" ins Gebet genommen. Man solle doch jetzt ruhig mehr experimentieren, für die Erzeugnisse auch das Tierschutzlabel zu bekommen. Das hilft am Markt. Keine Kastration und kein Abschneiden des Ringelschwänzchens mehr, statt dessen Ebermast, das sei Teil der Strategie seines Konzerns: "Stellen Sie sich den Herausforderungen der Gesellschaft!" Und an die Käufer gerichtet: "Zahlt dafür und quakt nicht nur rum," so die Ems-Zeitung. An anderer Stelle und in einem anderen Zusammenhang heißt es, dass Kälber in der Mast soviel Milch trinken sollen, wie sie wollen. Irgendwie sehe ich da noch HIndernisse im Weg liegen. Kann das? Das kann wohl.

 

Und noch ein Aufbruch. Die örtliche IHK stellt gemeinsam mit dem Bürgermeister ein Positionspapier vor zur künftigen Entwicklung: Quo vadis, Papenburg? Und wenn die IHK die Erweiterung des Hafens und ein neues, großes Industriegebiet fordere, dann könne man als Stadt ja wohl nicht falsch liegen, sagt der Bürgermeister. Ja, so einfach stellt es sich dar. Das ist jetzt die Diskussionsgrundlage - heißt es. Hindernisse? Na klar, das Papier war als gemeinsame Strategie von Stadt und IHK geplant, nur haben die beteiligten Ratsmitglieder mehrheitlich befunden, dass es nicht mit den Leitzielen der Stadt übereinstimmt. Das steht nicht in der Ems-Zeitung und mal sehen, ob die Leitziele bis zur Bundestagswahl halten werden - und darüber hinaus, oder was. Muss das? Das muss.

 

So, jetzt wird Kaffee gekocht und Tschüss.  

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