Eisschmelze im Moor

Moin, es klingt ja fast so, als würde die Eiszeit jetzt im Moor ihr Ende finden, dort wo möglicherweise große Gletscher das Wasser speichern. Ein Bild etwa, das man sich von den Erdpolen macht. Und dann schaut man skeptischer werdend auf die abschmelzenden Gletscher... Das ist im Moor natürlich nicht, sondern nur eine reisserische Überschrift. Kann das? Das kann. 

 

Und dann auch noch heute die Katastophenmeldung in der Ems-Zeitung, dass die Gartenbauzentrale 1 Mio Frühblüherpflanzen vernichten muss - niemand beflanzt z. Zt. seine Balkone und Terassen, auch nicht für Ostern! Muss das? Das muss nicht.  

Aber das Moor ist schön, und es heißt ja auch nicht überall unter Krüppelholz versteckte Tümpelchen finden, in die man dann unwiederbringlich versinken wird, wenn man bei dunkler Nacht den Heimweg durch das Moor sucht. Nein, das Moor kennt auch große Wasserflächen, die besonders im Winter entstehen und dann im Sommer zwar nicht austrocknen, aber doch vielen Vögeln Platz zum ungestörten Rumlaufen und Futtersuchen bieten. Bloss, ohne Wasser ist da nichts los. Kann das? Das kann nicht.

 

Kleine Gräben führen von überall das Wasser zusammen. Es ist eine wunderbare Naturlandschaft - natürlich hat Menschenhand hier nachgeholfen. Denn zunächst wurde alles zur Torfentnahme trocken gelegt - und dann lag es da. Als in der Nähe die große Autotestanlage gebaut wurde, hier werden die unterschiedlichsten PKW und Lastkraftwagen auf ihre Fahreigenschaften hin getest, musste man einen Ausgleich für den Eingriff in die Natur finden. Was lag näher, als nicht einen großen Teil des nicht genutzten Moores wiederzubenässen - wie es so schön heißt. Der Bergbau muss ja auch seine verwüsteten Flächen nach dem Abbau der Braunkohle wieder herrichten, bzw. die Abraumhalden in den ehemaligen Steinkohlefördergebieten. Das ist hier anders, das Problem aber ähnlich und die Chance einer Renaturisierung war gegeben. Muss das? Das muss.   

 

Man trifft auf dem angelegten Moorlehrpfad nur wenige Menschen, im Sommer um so mehr aber Vögel, Gänse in großer Zahl. Und natürlich Libellen, denen man sich vorsichtig nähern kann, sie mit oder ohne Fotoapparat zu beobachten. Feste Schuhe braucht es, aber an den kritischen Stellen sind auch Knüppeldämme aus Birkenholz gebaut. Kann das? Das kann.

 

Und gestern nun wollten wir einmal schauen, ob da schon was los ist? Bald beginnt ist ja auch schon die Sommerzeit. Still war es an diesem Sonnentag, der kalte Wind pfiff übers Moor, kaum ein Vogel war zu sehen. Nur ein Gänsepaar war bereits unterwegs, wir konnten es mit dem Tele sichtbar machen, ihren Flug aber nicht einfangen. Knochentrocken waren die Wege gefroren, aber: Das Eis schwindet! Die flachen Seen sind schon fast vollständig wieder aufgetaut! Es wird endlich wärmer, wir haben es - noch dick vermummt - gesehen. Muss das? Das muss.

 

So, schnell eine Tasse Kaffee, dann zum Zahnarzt. Tschüss

 

 


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