Osterfreuden!

aus: EL-Nachbarn vom heutigen Tage
aus: EL-Nachbarn vom heutigen Tage

Moin, es geht wieder los! Jetzt hat die Saison wieder angefangen, Fische kommen wieder in allen Größen auf den Tisch, Karpfen sind sehr beliebt - und dies war noch kein ganz großerr. Opa hat das Bild seines Enkels mit Fisch in das Forum der EL-Nachbarn eingestellt. Die Frage nach Schonzeiten stellt sich in Niedersachsen für Karpfen nicht, und die Maßigkeit steht ohnehin außer Frage - ist ganz schön groß! Und Lohn genug bei der Kälte am Gewässer! Petri Heil! Muss das? Das muss.

 

Ansonsten: Schaut man an diesem Ostermorgen aus dem Fenster, nachdem man die Uhren auf Sommerzeit umgestellt hat, heißt es eigentlich nur noch "zurück ins Bett". Ein grauer Ostersonntag, geschneit hatte es am Morgen schon, doch das Weiße taut am Boden gleich wieder weg. Der EL-Kurier ist auch nicht gekommen, sodass Wecker und Sonntagskurier, die beiden anderen Werbeblätter ausnahmsweise Beachtung finden: Ach nein, sind doch nur kleinbürgerliche Kampfblätter im Stammtisch-Outlook, sobald man den Werbeteil zu Gunsten weniger redaktioneller Nischen verlässt. Angeln gehen - bei der Kälte draußen? Wo der denkbare Regen immer noch als Schnee runterkommt? Auch keine gute Lösung. Der letzte Tag im März 2013, da sollte man sich mal Gedanken für morgen machen, die Zukunft versuchen einzufangen. Vielleicht sogar jenseits der österlichen Botschaft, wie sie im Münchner Merkur zitiert wird:

 

Dorfen/Schwindkirchen (ao) - Wer der österlichen Botschaft folgt, den kann nichts erschüttern - "weder Kriege, noch Terror", sagt Dorfens katholischer Pfarrer Wolfgang Scheffold voller Zuversicht. Und so lautet auch seine Nachricht an die Kirchengemeinde für Ostern: "Wenn an das Grundsätzliche geglaubt wird, dann löst sich das andere von allein." Als Christ müsse man optimistisch sein.

 

Was aber nun das Grundsätzliche sei, das, dem man in der österlichen Botschaft folgen solle, darüber erfahre ich auch nichts. Bin ja auch Protestant und nicht katholisch. Vielleicht erschüttern mich deshalb Kriege und Terror? Vielleicht hier die Antwort:

 

Pfarrer Scheffold hat seine Predigten für die Osterfeiertage schon fertig - im Grunde habe er "immer die gleiche Botschaft", erzählt er: Die Auferstehung Christi und die daraus folgende "Befreiung des Menschen hin in die Vollendung in Gott".


Aktuelle Themen wie etwa Aussagen über den derzeit umstrittenen Film "Die Passion Christi" lässt Scheffold nicht in seine Predigten mit einfließen. Selber habe er ihn nicht gesehen, aber schon viel darüber gehört. Zum Vorwurf, der Film zeige nur reißerisch die grausamen Seiten Christi Tod, meint Scheffold nur, die Passion sei eben äußerst grausam gewesen. "Aber das tut nun mal dem allgemeinen Schmusekurs nicht gut."


Wenn Blut fließe, sei es eben "blutrünstig". Manchen Menschen könne dies vielleicht sogar helfen, den Zugang zu Christus zu finden.

 

Verstehen tue ich es nicht und lese weiter, was sein Kollege zu sagen hat:

 

Konrad Mühlbauer, Seelsorger im Pfarrverband St. Wolfgang, hat auch nicht vor, sich in seinen Osterpredigten auf Themen wie "Die Passion Christi" zu beziehen. "Die österliche Grundbotschaft ist unabhängig von aktuellen Ereignissen", sagt auch er. Man sollte Christus nicht, wie in dem Kinofilm, auf seine körperlichen Leiden reduzieren. "Die Zuwendung Gottes an den Menschen gehört dazu." Eine realistische Darstellung dürfe nicht davon ablenken, das Erbarmen Gottes zu erkennen.


In den Gottesdiensten zur Osterzeit gehe es allein um "Leiden und Auferstehung", betont Mühlbauer. Seine Botschaft lautet daher: "Wieviel das für uns bedeuten kann, die wir auch unser Kreuz zu tragen haben".

 

Dann nehmen wir hier am Obenende mal mit, das es für gläubige Katholiken kein Problem mit Terror und Krieg geben kann, denn diese führen nur zu körperlichen Leiden, die nicht zählen. Wir müssen nur stark sein und unser Kreuz vor der Gewissheit des Leidens und der Auferstehung tragen. Eine wahrhaft überzeugende Osterbotschaft - und sicherlich ist sie nicht mit dem neuen Vatikan abgesprochen. Nichts hat sich verändert - nur die Menschen, so erhoffen wir das wenigstens. Und die gehen heute Eier suchen oder Fische fangen. Muss das? Das muss.

 

Noch eine Tasse Kaffee und dann Tschüß. 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hedi (Sonntag, 31 März 2013 11:45)

    Mit einer gewissen Ungläubigkeit (bin ja auch nur eine Protestantin) habe ich die Aussagen dieser katholischen Pfarrer gelesen und fühlte mich spontan an die Erbaulichkeiten der "Zeitschrift für das katholische Landvolk", Jahresband 1904, erinnert.
    Anschaulicher hättest du die ganze Ratlosigkeit der unteren Klerus-Chargen, die fast schon verzweifelt ein "Das haben wir doch schon immer so gemacht" vermitteln, nicht darstellen können.
    Neuer Papst, grundlegendes Umdenken? Noch nicht angekommen.
    Terror, Kriege? Geht uns hier nichts an.
    Grausamkeit der Passionsgeschichte? Ööh,haben wir im Prinzip keine befriedigende Antwort drauf.
    Woran soll sich die zu Ostern andächtig lauschende Kirchengemeinde eigentlich orientieren, wenn der Seelsorger ratlos in dem Brei von Klischees und Wortbildern schwimmt, den er vor Jahren geschaffen hat, der aber mit den Problemen und Fragen auch des katholischen Menschen nun aber auch gar nichts zu tun hat?
    Um auf die o.a. Zeitschrift zurückzukommen: Da wurde dem braven ländlichen Katholiken haarklein bewiesen, wie es möglich war, dass die heilige Soundso Wasser in einem Sieb tragen konnte. Wer's nicht glaubt ist selber Schuld.(Wobei ich den Wasser-Sieb-Beweis für die Existenz Gottes als höchst albern empfinde)
    Die zitierten Pfarrer sehnen sich wahrscheinlich nach dieser Zeit zurück.
    Kann das? Wahrscheinlich ja, darf aber nicht!
    Wenn ich Ignoranz begegne, werde ich eben wütend...
    Frohe Ostern!
    Hedi