Gebt den Kindern das Kommando

Moin, wenn Herbert Grönemeyer davon singt, dass die Macht in die Hand der Kinder gehöre, meinte er etwas anderes, als dass die 12-jährige Victoria uns das Bankensystem erklärt. Vielleicht meinte er das auch so in dem Sinn, wie die Sendung mit der Maus im Jahr 2002 die neu eingesetzten Wahlgeräte erklärt hat, ganz simpel, ganz einfach, ganz direkt und nicht immer über den (theoretischen) Kopf. Ganz sicher meinte er aber etwas ganz anderes, dass wir das Kommando nämlich in die Hand derer legen mögen die nicht berechnen, was sie tun, spontan kommunizieren und, soweit nicht schon verbildet, fröhlich und kommunikativ mit einander umgehen. Wir können ihn ja mal fragen gehen. Das mach wohl.

 

Ganz bestimmt wird er aber nicht an Kinder wie Victoria gedacht haben. Aber vielleicht würde er heute lächeln und einen Song über sie schreiben. Seht Euch an, was sie uns im vergangenen Jahr zu sagen hatte.    

So kann es gehen, möchte man meinen, aber wollen wir das wirklich? Sie hat kein wirkliches Konzept, das wir umsetzen können. Aber sie hat die Zukunft, sie vertritt ihre Altersgenossinnen und -genossen, denen wir die Zukunft nicht verbauen dürfen - der Weg in eine bessere Welt ist das Schwierige, nicht in der dann zu leben. Und so wollen wir uns auch nicht in den Kreis jener einreihen, die tatsächlich davon gesprochen haben, mit ihr sei ein Engel auf Erden gekommen. Aber unseren Respekt und unsere Anerkennung hat sie deshalb nicht weniger verdient. Muss das? Das muss.

 

Da haben die Weisen das Finanzsystem bei der Jauchschen Sonntagabendrunde zu den Steueroasen doch schon sehr viel mehr durcheinandergebracht, so dass man schließlich nicht mehr verstand, was denn noch legal sei, dass es auch noch als legitim gelten könne. Aha, denke ich, hatten wir doch schon einmal. Jenseits von Recht und Gesetz scheint es eine höhere Instanz zu geben! Interessant sind dann bei Jauch die vorgeschalteten Diskussionsrunden im Netz.

 

Etwa Brigitta: "Sdiese dubiosen Geschäfte über Holland und Cayman-Inseln machen, dann bleibt alles, wie es ist. Denen müsste man zuerst einen Riegel vorschieben! Und schön wären auch mal Namen im Internet. Bekannte Namen. Das wirkt."

 

Und wir sind wieder bei dem direkten Weg und egal welchen Gesetzen. Beweisen wird man wenig können, drum ist das mit dem Recht immer schwierig, aber wissen tut man vieles - und das ist es, was wir lernen müssen im Umgang mit einander und dem Staat: Legal ist nicht legitim, und das hört beim Geld nicht auf. Das Leben ist keine Sandkiste mit Schäufelchen und einer hohen Identität jener, die dort spielen. Doch genau eine solche Identität fordern wir für uns alle ein. Und deshalb: gebt den Kindern (in uns) das Kommando! Andernfalls wird das bei unseren Lokalzeitungen, etwa meiner Ems-Zeitung, liegen. Denn die haben unsere Sehnsucht schon verstanden. Das ist ihr Geschäftsmodell. Die anderen aber, jene die darauf pfeifen, die in der Globalisierung ihre anonyme Identität sehen, werden jedem schlanken Finanz-Model hinterherlaufen, nur wegen der Möpse. Gebt den Kindern das Kommando! Muss das? Das muss.

 

So, heute gibt es keinen Kaffee, sondern Kakao. Tschüss. 

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