Kopf - Wand - Aua - Aufstehen - und weiter so?

(c) Hedi Glock - The end of the innocence
(c) Hedi Glock - The end of the innocence

Moin, wir wissen noch nicht einmal, ob es wirklich weh getan  hat - und können diesen Satz auf so viele Dinge dieser Welt anwenden. Immer geht es weiter, wenn mal was danebengegangen ist. Der VFL Bochum z. B. ist immer wieder aufgestiegen, auch wenn es nicht ganz auszuschließen ist, dass es das nächste Mal dann zurück in die zweite Liga geht. Rot-Weis Essen, Preußen Münster was waren das früher für Fußballnamen - und heute? Sie werden wieder kommen! Wie Eintracht Braunschweig auch. Oder aber, sie behalten ihre Schönheit, ihre örtliche Bedeutung und verkommen nicht zu schalen Ablegern von Wirtschaftunternehmen. Ein anderes Beispiel ist der BVB 09 Dortmund. Vor wenig mehr als einem halben Jahrzehnt fast pleite - jetzt dabei, sich unter den Top-Klubs in Europa endgültig und nachhaltig zu platzieren. Er hatte seine Chancen mit Klugheit genutzt, seine endogenen Potenziale abgerufen und eine griffige Strategie von engagierten Menschen umsetzen lassen. War das ein Weiter-so? War das? Das war wohl nicht.

 

Das war lernen, mit einer ungünstiger gewordenen Ausgangslage etwas Neues zu erreichen. Nicht mehr aus dem Vollen zu schöpfen - sondern neue Wege zu gehen. Erfolgreiche Vereine und Mannschaften haben das oft getan. Sie können sich ihr Umfeld nicht schaffen, es ist bereits da, sie müssen es bedienen. Sie können Erwartungshaltungen schüren, wie etwa in München. Sie können glücklich feiern, wie in Dortmund. Sie können hoffen wie in Freiburg und sie können sich glücklich schätzen, wie in Stuttgart, leiden wie in Gelsenkirchen und anderswo. Aber alles geht weiter. Nur die Sterne vom Himmel holen, das ist alles relativ und nur jenen vorbehalten, die über wirklich lange Arme verfügen. Kann das? Das kann.

 

Schiffe bauen, das kann man am Untenende, hier in Papenburg, große Schiffe für unsere Freizeitgesellschaft. Das wird man auch weiterhin tun, wann immer ein Auftrag passen wird. Man wird aber nicht mehr jeden Stern vom Himmel holen können, der Schutz von Natur und Umwelt wird einer weiteren Expansion entgegenstehen. Auch wenn man heute Stiilstand gerne mit Rückschritt übersetzt, muss die Frage erlaubt sein, ob "mehr" tatsächlich auch "besser" bedeutet, und nicht nachhaltiger "anders" das zukunftsträchtige Prädikat ist. Alles hat seine Zeit und die Welt liegt nicht still wie die Moorfläche in Aschendorf - und auch die schwankt. Die Automobilindustrie reduziert ihre Arbeitsplätze und schließt Werke - Opel in Bochum. Der Bergbau hat aufgehört zu sein im Ruhrgebiet und mit ihm viele Stahlwerke und Kokereien. Das tat sehr weh und noch ist der Umbau für viele Millionen Menschen nicht abgeschlossen. Die Energiewirtschaft stellt sich neu auf - wir können hoffen. Muss das? Das muss.

 

Der DAX hat, so Die Welt, gestern einen Einbruch erlitten, es wurden 17 Mrd. € vernichtet. Wir haben keinen Knall gehört, es muss sich also um Spekulationsgeld gehandelt haben, virtuelle Werte haben sich aufgelöst, Spekulationen sich nicht erfüllt. Abwarten, das wird wieder anders. Aber wir sind sehr sicher, dass der Familienbetrieb Meyer und seine Werft nicht mit dem Rechtssystem und der Region spekuliert, alles auf noir gesetzt haben. Der neue Meyer - der Generationenwechsel in der Unternehmensspitze wurde gerade eingeleitet - hat jetzt seine Aufgabe. Während Vater Meyer der Welt größten Kreuzfahrtschiffe bauen lassen durfte, wird der Sohn nun versuchen müssen, einen neuen Weg für die Werft zu finden, im Einklang mit dem Naturschutz an der Unter- und Außenems. Eine anspruchsvolle Aufgabe für das Unternehmen und die Menschen hier, aber auch eine nachhaltig dankbare. Wir vom Obenende wünschen ihm dazu einen guten Erfolg. Das muss wohl.

 

Eine Tasse Kaffee und die Arbeit wartet nicht mehr viel länger. Tschüss.      

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