Das Jahr 2013 kommt in Fahrt

Hermanns-Denkmal im Nebel
Hermanns-Denkmal im Nebel

Moin, was haben wir uns doch darüber aufgeregt, als der Deutsche-Bank-Chef Hilmar Knopper von peanuts sprach - es ging um 50 Mio. D-Mark unbezahlte Handwerkerrechnungen aus einer Konkursmasse von 5 Mrd. D-Mark. Das liegt 19 Jahre zurück und geschah im April 1994 während des Schneider-Konkurses im Rahmen maßloser Raffgier im Prozess der deutschen Wiedervereinigung. Noch mehr passierte damals, was wohl erst in der ge(s)chichtlichen Nachbetrachtung aufgeklärt werden wird. Bleiben wir bei Schneider, er konnte 245 Mio. D-Mark in die Schweiz verbringen, wurde aber anschließend vor ein deutsches Gericht gestellt, verurteilt und kam 1999 wieder frei. Die damalige Konkursmasse wird heute mit knapp 7 Mrd. D-Mark angegeben. Wohl auch nur peanuts, betrachtet man die derzeitige Wirtschaftskrise. Heute berät er insbesondere junge Immobilienunternehmen. Für uns ein Zeichen, dass ihm, dem heute 79jährigen, wohl nicht so sehr viel von seinem verschobenen Vermögen geblieben ist, wohl deutlich weniger als jene peanuts, denn von denen ließe sich heute vortrefflich leben - auch außerhalb vom Obenende und mit höheren Ansprüchen ans Leben, als wir sie stellen. Kann das? Das kann.    


Das ist aber nur ein kleiner Rückblick. Schaut man sich heute um, die Eurokrise zwar im Blickfeld, aber auch die Geldplätze auf den Kaimaninseln und anderswo im Visier. Der Vatikan erhält wohl unter dem Papst Franziskus eine neue Kurie und wird in dem Zusammenhang hoffentlich seine weltweiten Geldgeschäfte neu regeln - es werden öffentlich mafiöse Zustände vermutet. Ein Abkommen mit der Schweiz zur Legalisierung von deutschen Schwarzgeldkonten wurde 2012 vom Bundesrat abgelehnt. Darauf hatten wohl viele Geldanleger still gehofft, ihre verborgenen Schätze doch noch in aller Heimlichkeit zu recht günstigen Konditionen legalisieren zu können. So wohl auch Uli Hoeneß. Und für ihn, der dann wohl mit seinem Steuerberater den Weg über eine Selbstanzeige Anfang 2013 gewählt hat, führt möglicherweise sogar der Weg in die Legalisierung der Erträge durch das Gefängnis. So der FDP-Politiker und Fachanwalt Kubicki gestern bei Günther Jauch. Er vermutet noch mehr dahinter, denn andernfalls hätte es keine Hausdurchsuchung gegeben - so der Fachmann. Kann das? Das kann.

 

Noch ist die Nachrichtenlage verworren, man ist auf vage Informationen angewiesen, kennt keine genauen Zahlen, nur, dass Hoeneß schon einmal einen Betrag um 5 Mio € an die Staatskasse überwiesen hat, woraus sich ein bislang unversteuerter Zinsertrag von 10 - 12 Mio ableiten lässt  und ein der Steuer unbekanntes Kapital jehnseits von 100 Mio €. Allein das lässt schon eine Dimension von Geldverschiebung vermuten, die jene von Schneider übertrifft. Aber nun lesen wir hier am Obenende, dass ein Betrag von über 500 Mio. € (mehr als 1 Mrd. D-Mark, falls man sich bitte schön noch erinnert!) in der Schweiz auf das Wecksignal von Uli Hoeneß wartet. Unterstellt eine Verzinsung von 1 % sind das Erträge von jährlich mind. 5 Mio. €, und eine Steuerschuld von 2,5 Mio € (bitte nicht bei den peanuts aufhalten, den Stellen nach dem Komma). Mal unterstellt, dass der Geldbetrag dort unerkannt nicht erst 2012 eingezahlt wurde, was widersinnig wäre, sondern schon seit 10 Jahren dort schlummert, wäre das eine Steuerschuld von über 20 Mio €. Fünf Mio. € zeigen dann nur guten Willen. Und ist die Selbstanzeige nur unzureichend, werden nicht alle bislang unerkannten Einnahmen selbst sofort aufgedeckt, bevor der Staat angefangen hat zu ermitteln, dann ist mit einer strafbefreienden Wirkung auch nicht mehr zu rechnen. Selbst bei bester Führung würde sich der Bayernboss nur dann bei Heimspielen seines Vereins zeigen lassen können, wenn er Freigang erhält, ansonsten bleibt ihm nur der Pay-TV-Sender Sky. Kann das? Das kann.

 

Ach ja, auch das hatten wir hier am Obenende nicht so ganz verstanden. So teuer sind Würschtel nun doch nicht und soviel Billigfleisch kann man zugleich in die ja nicht reinstecken, dass eine mittelständische Wurstfabrik einen solchen Profit erwirtschaften kann. Wo mag all das viele Geld nur herkommen? Ist es vielleicht gar nicht alles sein eigenes? Wir sind weder neidisch auf ihn, noch wollen wir der Rechtspflege vorgreifen, schon gar nicht ihn vor-verurteilen. Es wird aber mehr bleiben als 700 € Bestechungsgeld. Dafür wird jetzt die Presse schon sorgen. Kann das? Das kann.    

 

Aber darauf gespannt sind wir schon, wie das in diesem Jahr weitergehen wird, 2013 scheint gerade mal in Fahrt gekommen zu sein. Und unsere Ems-Zeitung hat auch nur ganz kurz darüber auf der ersten Seite berichtet, im Sportteil stand anschließend mehr. Wichtiger ist hier bei uns die Frage eines optionalen atomaren Endlagers in Wahn und die Zwischenlagerung von Castoren in Lingen. Trotz manchmal hochrotem Kopf und meist strahlender Miene ist Uli Hoeneß im Gesamtkontext doch auch nur eine Erdnuss. Das mach wohl.

 

Schwarz soll deshalb nur der Kaffee sein. Tschüss.           

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