The Center of the world

Moin, das Zentrum der Welt, oder The Center of the World, wo mag das liegen? Hier am Obenende sicherlich nicht, denn viele Wege führen hier weit dran vorbei. Aber ist das unser Kriterium, die Erreichbarkeit? Das mag wohl aus Sicht der Draufschau so sein, aber wir stehen doch nicht laufend neben uns, sondern nehmen alles aus der Rundumsicht wahr: 360° in 3D, das beschreibt unsere räumliche Wahrnehmungsmöglichkeit - zumindest bei guter gesundheitlicher Konstitution. Und dann ist das Obenende für uns doch das Zentrum. Die Frage bleibt allerdings, wie wichtig nehmen wir uns, dass wir den Anspruch stellen: Alles hört auf unser Kommando! Das scheint eher das Problem zu sein - nicht sosehr die 1:1-Antwort auf die Frage nach dem Center of the World, die Organisation des Weltengebäudes, die Konstruktion der Galaxien und wir mitten drin. Als Erdbewohner meinen wir doch immer wieder, für alles den Schlüsssel, die Gabe und die Kompetenz erhalten zu haben, es zu ordnen und unserem Gusto nach zu nutzen. Wir, die Erdenmenschen, als die führende Intelligenz schlechthin. Und wenn unser Gottesbild das auch vermitteln mag - es gilt nur für die Sicht von der Erde aus, ist also ein relatives. Kann das? Das kann. 

 

Aus den USA erhielten wir einen Link zugesandt, der trotz aller gigantischen Möglichkeiten, über die wir heute und in Zukunft verfügen mögen, zu Bescheidenheit mahnt. Es gibt Größeres und Wichtigeres im Weltengebäude als uns, nur nicht für uns. Und so sieht das wohl auch der FC Bayern München, sich nämlich im Mittelpunkt, einige Monde anziehend, die in mehr oder weniger unregelmäßigen Bahnen ihn umkreisen. Aber da schon würde man an der Säbener Str. die Hand heben: Wir sind kein Planet, sondern die Sonne, wir sind das Zentrum von Wärme, Licht und Güte, sportlicher Kompetenz und Verantwortung für das Universum schlechthin. Es mag andere Sonnen geben, wird getönt, aber wir sind die schönste. Manches Mal verschwinden solche Sonnen in einem schwarzen Loch, implodieren. Man kann darauf warten, aber das dauert. Man kann sich darauf einstellen und es als Begleitumstand seines Lebens begreifen, ohne weiteren Einfluss und Bezug. Man nennt es Mißachten - denn dann hat das Zentrum nichts mehr als seinen Anspruch. Das mach wohl.

 

Um das mal deutlicher zu sagen: Wenn man Fussballfan ist und das, was Bayern München veranstaltet, sowie einige Spieler, die diesem Verein wohl nahe stehen, nicht mehr als Fußballsport versteht, dann dreht man sich um und geht weg. Das tut weh, vermittelt aber auch konsequente Einsicht. Denn, will man wieder zu einem "sportlichen" Wettkampf zurückkommen, wäre das Vorgehen des FC Bayern Münchens zu kopieren - in welchem Maßstab auch immer. Es gibt Sportarten, die sind schon ähnlich verkommen. Kann das? Das kann.       

Da gibt es natürlich auch noch den Fall des Münchner Fußball-Präsidenten Uli Hoeneß, der sog. Mutter aller Manager (K. H. Rummenigge beim 60. Geb.), der vergangenen Monats verhaftet und gegen eine Kaution in mehrfacher Millionenhöhe wieder freigelassen worden war. Es wird mit seiner Selbstanzeige zu tun haben wegen nicht versteuerter Kapitaleinkommen in der Schweiz.  Dieser Vater Teresa vom Tegernsee (K. H. R. s. o.), also dieser Scheinheilige von der Isar meint tatsächlich, aus diesem Betrug am Staat und an der Gesellschaft noch ohne Strafe rauszukommen und erteilt anderen Lehren, wie sie sich zu verhalten haben, die er allerdings umgehend für sich nicht mehr anwenden möchte. Er ist ein Betrüger, der - und das werden wir noch erleben - vergebens auf eine Amnestie aufgrund seiner Selbstanzeige hofft. Er ist ein Lügner und Heuchler, wenn er andere Verhältnisse in der Fußball-Bundesliga einfordert, als man sie in Italien oder Spanien vorfindet. Und er ist der Totengräber des deutschen Spitzenfußballs. München ist nicht das Center of the World - auch wenn man gerade zuhause Barcelona mit 4:0 geschlagen hat und Pep Gardiola - Barcas ehemaliger Erfolgstrainer -  ab dem Sommer in München trainieren lassen wird. München mag sich selber als Zentrum ansehen. In der Außensicht, in der man die wirklich wichtigen Dinge verstehen und vergleichen kann, ist es nur ein Saustall mit gut gemästeten Schweinen drin - einige werden zur Notschlachtung in einem gesonderten Verschlag schwarz durchgefüttert.  Ist das? Das ist.    

 

Unser Zentrum ist dort, wo wir den Frühstückskaffee bekommen, am Obenende. Tschüss

Nachsatz meines Schwagers Hal (91) zu dem von ihm zugesandten Link:

This is an amazing 20+ minute video of the Space vehicle "Voyager" that was launched in Sept. 1977.  It has already traveled over 11 Billion miles at a speed of around 38.000 mph and is still sending back photos (and info) of celestial body's that are mind boggling. It will keep going until 2025. The photos and info it has sent back is just fantastic. One planet is so large, it would take a modern jet over two years just to circle it once. By comparison, Earth is a small rock. Enjoy. Mac

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Hoffentlichnichtbaldehemaliger Fußballfan (Mittwoch, 24 April 2013 09:53)

    Ich bin richtig traurig.
    Früher habe ich gerne die Tour de France gekuckt und mitgefiebert - lange vorbei, die Sportart ist tot.
    Wenn jetzt die Bayern aus Fußball das machen, was sie bereits lange dabei sind zu tun, dann können sie zusammen mit ein paar anderen wenigen europäischen Vereinen den ewigen Champions-League Ringelreihen tanzen und sich wechselseitig Unmasssen von Geld zuschieben, dann ist diese Sportart implodiert - was heißt hier noch "Sport" - und damit tot.
    Das muss ich mir dann nicht mehr antun.
    Aber es ist schon sehr, sehr schade.

  • #2

    loire2012 (Mittwoch, 24 April 2013 10:03)

    Sicherlich gibt es schon einen langen Weg zum bezahlten Fußball, der diesen Sport auch verändert hat. Wenn aber der Besuch eines Stadions nur noch zum Götzendienst vor dem Mammon wird, den Fan nicht mehr solidarisch mit seinen Jungs feiern lässt, dann hat Fußball aufgehört zu existieren, ist nur noch Unterhaltung, kein Sport mehr. Und wir haben mit ihm ausgelitten. Ich gehe dann lieber Angeln und im Winter Schach spielen. Das Fernsehballett schaue ich mir schon sehr lange nicht mehr und Peter Frankenfeld ist auch schon tot.

  • #3

    DieSterntalerin (Mittwoch, 24 April 2013 10:26)

    Ich verstehe nichts von Fußball, aber dass wir Menschen weder Krone der Schöpfung noch Mittelpunkt des Weltalls sind, das ahne ich schon seit einiger Zeit ;-)))

    Gerade habe ich zudem gelernt, dass Canis Majoris zwar noch immer das Sternbild "Großer Hund" ist, dass aber VY Canis Majoris den 43. veränderlichen Stern bezeichnet, der im Sternbild Großer Hund entdeckt wurde. Ob es sich dabei allerdings um einen roten Überriesen oder nur um einen roten Riesen handelt, darüber sind sich die Gelehrten nicht einig. Außerdem gibt es noch viel größere Sterne, weiß Wikipedia. Die Möchtegern-Krone der Schöpfung rechnet noch und forscht weiter …