Die Liga - Total normal

Moin, haken wir das 4 :1 gegen Madrid schnell ab und warten wir auf die Momente nach dem Abpfiff des Rückspiels in Madrid - es ist keine Woche mehr bis dahin. Kein Kommentar mehr zu den Störmeldungen um Tatsachen, welche dem BVB das gestrige Spiel vermiesen sollten, er hat die richtige Antwort gegeben, eine sportliche, soweit Bundesligafußball noch etwas mit Sport und nicht nur mit einer Pop-Show zu tun hat. Das war auch eine Antwort auf alle Ambitionen der Bayern - und die haben gegen den BVB außerhalb von München schon lange nicht mehr gewonnen. Mal sehen, ob man sich dann auf London freuen kann - es sieht danach aus. Und wenn dann die Saison zuende ist, wird man zur neuen wieder aufstehen, sich sortieren und weitermachen. Das ist Dortmund, total normal. Und vielleicht wird mancher, der anderswo noch mehr Geld erwartet (als er ohnehin zum Leben braucht) sich zu diesem Verein und diesen Fans zurücksehnen, seine Zeit in dem Team als die schönste seiner Profikarriere betrachten - später irgendwann, wenn es zu spät ist. Ist das? Das ist.  

 

Und München? Um bei Harpe Kerkeling zu bleiben, die Bayern singen es uns vor:

 

"Die ganze Liga ist ein Quiz - und ihr seid nur die Kandidaten!"  

 

So sind sie und reiten den Sport weiter kaputt. Herrenreiter, die uns zu Zuschauern machen wollen. An der Spitze jemand, der seit über 10 Jahren den Staat, also uns, um Millionenbeträge betrügt. Steuerhinterziehung über ein Schwarzgeldkonto in der Schweiz. Die Fakten sind - zumindest weitgehend - offengelegt, weshalb wir nicht mehr den Satz in den Mund nehmen müssen, dass bis zur Verurteilung die Unrechtsvermutung gelten muss. Auch Strafbefreiung macht aus Unrecht kein Recht! Und man kann jetzt trefflich darüber spekulieren, ob es zu einer Strafbefreiung kommen wird - zumindest besteht ein Haftbefehl, der daran Zweifel aufkommen lässt, auch wenn der gegen eine Kaution in Millionenhöhe derzeit außer Vollzug gesetzt wurde. Das sind die Fakten und das mach wohl.

 

Man lässt als Freund seinen Freund nicht allein im Regen stehen, denn es gibt ja auch noch eine persönliche, private Ebene - und die verdient Respekt. Auch mit Führungsverantwortung in einer Verwaltung ausgestattet, habe ich immer unterschieden zwischen den politischen Fehlern und der dahinter stehenden Person. Wenn Einsicht zu erkennen war, verdienten die meinen besonderen Respekt. Fehler kann man machen, die Menschen aber dann nicht damit alleine zu lassen ist unsere persönliche Verpflichtung so wir uns nahe stehen, kein Freibrief allerdings, den die öffentliche Meinung ausstellen kann. Uli Hoeneß, um es mal auf den Punkt zu bringen, sagt von sich selber, dass er ein Steuerbetrüger ist (Selbstanzeige). Angesichts des derzeit bekannten Betrugsumfangs ist eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung zu erwarten, wenn er aufgrund der Selbstanzeige nicht unter die Amnestie fällt. Und dann gibt es Grundsätze, die der BGH aufggestellt hat:         

 

Ab einem Hinterziehungsbetrag von 100.000 EUR ist regelmäßig eine Freiheitsstrafe (ggf. auf Bewährung) zu verhängen und ab1.000.000 EUR die Aussetzung einer Freiheitsstrafe zur Bewährung regelmäßig nicht mehr möglich und auch ein Strafbefehlsverfahren regelmäßig ungeeignet.

 

Und sucht man weiter, endet jegliche formulierte Strafzumessung bei Beträgen ab 1 Mio € Hinterziehung - bei Jauch war vom Steuerfachanwalt Kubicki zu hören, dass bei dem hier vermuteten Umfang auch eine Haft bis zu 10 Jahren im Raume stehen kann. Steuerhinterziehung ist also keine Lappalie, die Nachsicht bei der Strafzumessung erwarten lässt - aber natürlich auch mildernde Umstände kennt, tätige Reue usw. Hier handelt es sich jedoch um fortgesetzten Steuerbetrug seit rd. 10 Jahren - woraus jetzt kein anderer Ausweg als die Selbstanzeige mehr gesehen wurde. Wirklich tätige Reue? Aufrichtiges Eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben? Keine Ahnung, wird wohl vor Gericht bewertet werden müssen - auch die Strafbefreiung.   

 

Jetzt aber kommt der FC Bayern München seinem Präsidenten zu Hilfe und der denkt auch gar nicht an Rücktritt: "Uli ist unser bester Mann" heißt es auf einem offiziellen Banner. "Der gesamte FC Bayern München steht hinter Uli Hoeneß", wird K.-H. Rummenigge zitiert. "Ich wünsche ihm, dass es gut ausgeht", meint Steuerflüchtling Franz Beckenbauer, wohnhaft in Österreich. Wenn wir das lesen, dann fällt uns ein alter Spontisatz ein, längst vergessen in der Schublade unserer 68er-Sozialisation:

 

Legal, illegal, scheissegal.  

 

Sind das womöglich alles Alt-68er, die Steuerhinterzieher und ihre Freunde, durch die Institutionen marschiert und nun am Ziel angekommen? Total normal und vom Leben nur ein Verständnis, es ist ein Quiz? Wer wird Millionär? Kann das? Das kann doch wohl nicht (wahr) sein . . . 

 

Dies war nun das letzte vom Frühstück am Obenende, es macht jetzt Sommerpause und wird sich gelegentlich mal wieder melden, in unregelmäßiger Folge jedoch die Highlights unter "Oben - aber kein Ende" bewerten. Wir würden uns freuen, wenn alle unsere LeserInnen - so sehr viele waren es möglw. nicht - uns hier mit einem kleinen Kommentar beglücken würden. Wir beglückwünschen sie, dass sie durchgehalten haben. Wir beglückwünschen den BVB zu der großartigen Mittwochabendshow im globalen Weltfernsehen und der Welt schönsten Fußballstadion in Dortmund! Bis dann mal wieder und einen schönen Sommer.Tschüß.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    pizzasocken (Donnerstag, 25 April 2013 16:17)

    Total normal?
    Das waren nun monatelang deine "Frühstücke", die die LeserInnen täglich auch noch tagsüber konsumieren konnten.
    Jetzt ist also Pause. Das ist verständlich, weil aufwändig und zeitraubend, aber es ist SCHADE!
    Ich habe es ja gut, meine Frühstücke mit dir sind real, nicht virtuell, und wir werden auch weiterhin schon beim Kaffee und Frühstücksei Dinge diskutieren.
    Es ist aber etwas anderes, den weitgespannten Bogen der Themen auch aufgeschrieben zu sehe, und das werde ich vermissen.
    Nun, ich wünsche dir auch einen wundervollen Sommer und proste dir zu - mit einer Tasse Kaffee selbstverständlich!

  • #2

    Beate (Freitag, 26 April 2013 07:57)

    He, ist das nicht ein bisschen früh für 'ne Sommerpause? Im Ernst: auch mir werden Deine niedergeschriebenen Frühstücksgedanken fehlen - und die Möglichkeit, meine unqualifizierten Bemerkungen dazu loswerden zu dürfen.
    ;-)))
    Aber kreative Pausen sind immer gut, und Du hast ja schon angedeutet, dass Du ab und zu schon noch mal auf ein Käffchen hier vorbeikommen und aufschlagen willst. Find ich prima!
    Cu! Beate