Macht eine 300.000-€-Spende abhängig?

Ich habe eben den Verein Ärzte ohne Grenzen gebeten, mich aus Ihrem Verteiler zu nehmen, Spenden sind von mir nicht mehr zu erwarten. Und dann habe ich auch noch den Verdacht geäußert, dass ganz anders auf den Verein gedrückt wird. Nachstehend eine Kopie meiner Mail:

  

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der aktuellen Presse entnehme ich, dass Sie sich durch eine Spende in Höhe von 300.000 € von Herrn Steinbrück beeinflusst und nicht mehr unabhängig sehen. Das vermag ich nicht nachzuvollziehen, da es sich um eine einzelne Spende und keine regelmäßigen Zahlungen handelt, sicherlich auch ohne besondere Auflagen verbunden. Ich gehe davon aus, dass Ihr Spendenaufkommen eine solche Entscheidung ermöglicht, ohne dass die Nachhaltigkeit Ihrer Tätigkeit dadurch Schaden leidet.

 

Ich bitte Sie deshalb, mich aus Ihrem Verteiler zu streichen, sodass ich zukünftig weder von Ihnen, noch von Beauftragten Ihres Verein bzgl. Spenden angeschrieben werde. Diese Bitte erstreckt sich auf alle Ihnen zur Verfügung stehenden Kommunikationswege (Postanschrift, Email-Adresse). Ich bitte um eine kurze Bestätigung als Rückantwort auf diese Mail.

 

Abschließend erlaube ich mir auf eine mögliche Beeinflussung hinzuweisen, die sich mir aufgrund von Informationen der letzten Tage aufdrängt.

 

(vom Text habe ich jetzt hier einige Sätze vorsichtshalber aus rechtlichen Gründen gestrichen - ein Verein, dem seine "Unabhängigkeit" 300.000 € wert ist, wird über entsprechende Anwälte verfügen . . . 5. 9. 2013, 8:27 Uhr)          

 

Und dann noch der Hinweis, dass ich diese Mail auf meiner Homepage veröffentlichen werde.

 

Mit freundlichen Grüßen

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Freitag, 06 September 2013 07:42)

    Interessante Geschichte, von der ich bis dato noch nichts gehört habe. Auch für mich ist dieses "übersensible" Handeln nicht nachvollziehbar.
    Seit Jahren unterstütze ich die Tierärzte ohne Grenzen (http://www.togev.de/index.php) und hoffe, dass diese sich an den Humanmedizinern kein Vorbild nehmen.

  • #2

    Martin Schlegel (Freitag, 06 September 2013 18:58)

    Versteh ich nicht. Die sollten doch froh sein, dass sie ordentlich Geld für ihre ordentliche Arbeit bekommen.