Auf der Achse des Bösen

So, da werden (oder wurden) jetzt also auch der Papst und die Kardinäle von der NSA ausgelauscht. Und weil man schon im Vatikan tätig ist, was liegt nicht näher, als sich auch noch den Himmel vorzunehmen, wo einem die Erde doch schon untertan ist? Und der Himmel hat eine Adresse. "In the Cloud" ist ausgesprochen vornehm, so vornehm, dass es keine Hausnummern gibt, sondern jedes Etablissement einen Namen trägt: "Google" und "Yahoo" scheinen die vornehmsten zu sein, es gibt aber noch viel mehr. Aber offenbar liegen die - derzeitiger Kenntnisstand - nicht auf der Achse des Bösen, wie etwa der Vatikan oder der elektronische Himmel. In  the Cloud, ein Geschäftsmodell, das die zukünftigen Betriebssysteme unserer Computer betreiben soll, die immer kleiner werden. So klein, dass sie als Smartphone in die Hosentasche passen, aber auch so leistungsstark, wie man es sich vor 25 Jahren nicht vorstellen konnte.

 

Nicht nur Betriebssysteme, ganze Dateien mit unseren Texten, Bildern und unseren Musiksehnsüchten haben wir dort abgelegt. Unsere Programme sollen dort für uns arbeiten, unbeschwert von der Größe unserer Schreibtische. Es geht, weil wir Vertrauen haben oder blöd sind. Lassen wir etwa jeden Missionar in die Wohnung, weil er uns vom Bösen befreien will? Nein. Aber in den Wolken, da kommen und gehen die Missionare des NSA wann immer sie wollen. Der Papst und die Kardinäle sind nur eine Zwischenstation. Sind auf Achse bei der Suche nach dem Bösen, auf der Achse des Bösen kreuzen sie unsere Wege und die jener, die wir eigentlich für Gutmenschen halten müssen: Unsere Kanzlerin, die Kardinäle und den Papst. Alle werden sie ausgehört um Menschenleben zu retten. Vielleicht sind sie auch schon in der dropbox? Da würden sie dann auf mich stoßen. Hilfe.

 

Ich bin ja nur froh, dass wir hier am Obenende kein BUS-System ins Haus gebaut haben. Für das Licht und den Betrieb der Waschmaschine. Und noch mehr. Also ein System wo das "An" und "Aus" von Strom mit einer Fernbedienung geregelt wird, oder durch das durchschreiten/-fahren von bestimmten Zonen, oder vom Smartphone aus. Denn daran wären die Missionare des NSA sicher sehr interessiert. Wer lange schläft - und somit die Rolläden spät hochfährt - kann kein Guter sein, ist also ein Böser. Wer in einer Woche plötzlich viel wäscht, der hat nicht Dreck am Stecken (oder doch?), aber bestimmt etwas getan, was außerhalb des Üblichen lag. Und wer wenig kocht, aber auch nicht viel Geld verdient und zu dick ist (für alles gibt es Quellen), wird möglicherweise viel Pommes auswärts essen. Das macht ihn verdächtig, auch ein Böser zu sein.  

 

Also, wir werden nicht in die Clouds gehen, womöglich die Adressdatei mit unseren ganzen Freunden vergoogeln oder unseren Terminkalender gleich dazu an selber Stelle dem Weißen Haus zur Genehmigung vorlegen. Und wenn wir allein dafür, dass wir uns nicht nackig ausziehen, an der Achse des Bösen gekreuzigt werden sollen, dann denke ich an McCarty (nicht Mac Donald's) und glaube fest daran, dass meine Kanzlerin uns retten wird. Tschüss

 

   

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