St. Martin ist - Laternenkinder singen

Sicher, jetzt ist nicht die Zeit der Libellen. Vorbei, vorbei. Es ist aber die Zeit der Erinnerungen an Vergangenes, an Moorwanderungen und die Beobachtung der atemberaubenden Pirouetten unendlich vieler Libellen. Es ist die Zeit sich daran zu erinnern, dass jetzt die Wildgänse ihre Winterquartiere erreichen - die letzten großen Züge querten vor wenigen Tage unser Haus, Tag und Nacht kamen sie geflogen, tausende in diesem Jahr. Jetzt ist es wieder ruhig in der Luft geworden, sieht man von Regen und Wind ab.

 

Es ist aber auch die Zeit der Laternenkinder, welche singend von Haus zu Haus ziehen, fröhlich und erwartungsfroh Lieder in Erinnerung bringen, sich über einige kleine Süßigkeiten freuen, die man ihnen zusteckt. Sie sind fröhlich und begegnen einem offen. Ihre Laternen sind dieselben geblieben wie damals jene, die wir in denm 50er Jahren hatten, so sie denn gekauft und nicht selber gebastelt waren. Und bereits vor 2 - 3 Jahrzehnten verwendete man Batterien, auch wenn diese immer schnell leer waren, Kerzen hielten länger, so sie die Laternen nicht in Brand setzten.

 

November gilt als der Trauermonat, Zeit der Rückbesinnung. Gestern der 9. November mit der Mahnung, nicht wieder in eine solch barbarische Zeit zurückzufallen, wie der 30/40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Heute St. Martin, der gütig seinen Mantel teilende Ritter wird erinnert - wir teilen Süßigkeiten mit denen, die uns etwas im Dunkel der Nacht vorsingen. Naja, ist halt so Sitte und Gebrauch - aber durchaus sinnentstellend. Die Kinder freut es, das ist uns wichtig. Halloween findet hier im nördlichen Emsland nicht statt. Aber morgen - zwar nicht um 11:11 h, da wird schön gearbeitet - eröffnen die Jecken hier die Karnevalssession. Ist für die nicht traurig, bleibt aber dann auch vorerst die letzte Aktion in der dunkler werdenden Jahreszeit.

 

Ich sage der Libelle adieu und freue mich mit den Kindern über das beschützende Dunkel und das Licht, das wir uns gegenseitig spenden. Nicht die grellen Farben sind es jetzt, sondern eher die Molltöne. Bis dann, ja, bis dann der Dezember uns täglich ein Tor öffnen lässt, wöchentlich eine Kerze mehr verlangt, um uns dann mit dem Tannbaum zu begrüßen. Wir haben noch sechs Wochen und zwei Tage. Denken wir auch mal an was schönes, ruhiges, warmes. Denken wir doch auch einmal zurück an unsere Zeit. Freuen wir uns auch einmal zwischendrin wie die Kinder. Tschüss.  

    

Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    zypresse (Sonntag, 10 November 2013 22:36)

    Bei uns erwarten wir die singenden Kinder mit Laternen (und traditionell auch die begleitenden Erwachsenen) erst am 12.11. - aber dafür mit Süßigkeiten (für die Kleinen) und Schnaps (für die Eltern, Geschwister, Onkel, Tanten...). Das ist immer ein geselliger Anlass für die gesamte Nachbarschaft!

  • #2

    eos (Sonntag, 10 November 2013 22:57)

    Hier kommen die 4 - 9-jährigen in kleinen Gruppen vorbei. Etwas ganz Neues für mich, denn aus Dortmund (und meiner sehr viel früheren Kindheit) kannte ich nur die Umzüge - Nachbarskinder und möglichst eine Woche lang jeden Abend, oder organisiert mit Pferd vorne weg.