Brual - Fluchtweg oder letzter Außenposten?

Da schreibt die Emszeitung heute von dem neuen FLUCHTLICHT, welches in Brual installiert wurde, ganz groß, ganz oben und in  fetten Buchstaben. Zugegeben, mit der Winterzeit beginnt auch die dunkle Jahreszeit. Und Brual, das ist jene kleine Gemeinde am Nordrand des Emslandes, die den letzten katholischen und christlich-demokratischen Außenposten zum "feindlichen" Ostfriesland markiert.

 

Dunkel ist es hier im Emsland schon, das geben die Einheimischen  auch gerne mit einem Augenzwinkern zu. So dunkel, wie in Cloppenburg, Vechta und Lohne. Man hat eben keine Uni wie etwa in Münster, zu dessen Bistum das Emsland schon immer gehört hat.

 

Müssen wir aber in diesem Winter mit größeren Flucht- und Absetzbewegungen rechnen, weshalb es sich lohnen würde, Fluchtlichter zu installieren? Die Emszeitung berichtete von "Absetzbewegungen" ins nahe ostfriesische Umland, Völlenerfehn beispw., wo das Bauland günstiger als in Papenburg zu bekommen sei. Die religiösen Schranken, so heißt es, seien zunehmend abgebaut. Ja, es wird unübersichtlicher.

 

So unübersichtlich, dass in der Dämmerung des Wochenendes ein Jäger in seinem Jagdgebiet einen Notruf per Handy absetzte. Er war tief in einem ehemaligen Spülfeld eingesunken und konnte nur noch von der Feuerwehr mit ausgelegten Leitern befreit werden. Ob ihm ein Fluchtlicht geholfen hätte? 

 

Oder aber ist es schlicht und einfach nur ein Druckfehler? Na, den hätte man aber entdecken müssen! Aber da sieht man mal wieder, dass auch hier die Technik den Menschen ersetzt. Ach so, die Emszeitung wird in Osnabrück zusammengesetzt. Ob die vielleicht sogar schreiben wollten, dass man mit dem Licht die immer höher steigenden Fluten des Nachts beobachten möchte? Und dann hat eine Freud'sche Fehlleistung eingesetzt, der Redakteur hat nur noch an Flucht gedacht?

 

Es ist Winterzeit und wir haben Muße, uns mit allem Möglichen zu beschäftigen. Heute Nacht gab es richtig Raureif - vielleicht beginnt heute schon  die Kaminzeit. Tschüss. 

  

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hedi (Montag, 11 November 2013 10:56)

    Die Ems-Zeitung als Fluchthelfer - wer hätte es je gedacht?
    Dein erhellender Bericht hat mir eingeleuchtet. Mir ist geradezu ein Licht aufgegangen!
    Gut zu wissen, dass wir hier in der kleinen, unerschrockenen Region im äußersten Nordwesten der Republik die Möglichkeit haben, jedem wie auch immer gearteten Dunkel zu entfliehen.
    Kamin? Prima Plan!