Fehler? - Dummheit? - Straftat?

Wo sind bloss meine 3 Mio. € hin? Jeder würde mal Fehler machen, so D. H., der Bruder von U. H. Also ich auch. Aber wo sind meine 3 Mio. € aus der Steuerhinterziehung hin? Keine Ahnung. Bin wohl zu dumm für diese Dummheit, denn etwas anderes scheint eine Steuerhinterziehung in der Größenordnung nicht mehr zu sein, so D. H. Eine Straftat sei es jedoch, das alles an die Öffentlichkeit zu bringen, so er weiter. Und darum verzichte ich hier auch auf die Namensnennung. Und Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit sind rein zufällig.

 

Und an einer Hexenjagd, also einer öffentlichen Hinrichtung, will ich mich auch nicht beteiligen. Nein, U. H. hat sich selber der Steuerhinterziehung angezeigt, das wird nicht bestritten. Unbestritten ist auch, dass es sich dabei nur um einen Teil der hinterzogenen Beträge handelt. Ein nicht unbeträchtlicher Teil, er wird überhaupt nicht mehr aufgeführt, ist bereits objektiv verjährt. Und dann geht D. H. davon aus,  dass es eine Selbstanzeige war, sie den Steuerbehörden zu offenbaren, die in jeder Hinsicht alle Voraussetzungen erfüllt,  ohne öffentlichen Prozess davon zu kommen. Das ist zumindest strittig, denn die Anklage ist vom Landgericht München II angenommen worden und wird im März 2014 verhandelt. 

 

Also noch einmal: Fehler, Dummheit oder Straftat. Und wenn Straftat, dann mehr als 2 Jahre - was eine Aussetzung zur Bewährung ausschließt. Oder mildernde Umstände bzw. strafmindernde Berücksichtigung, dass ein unbegabter Steuerberater die Selbstanzeige aufgesetzt hat?

 

Und vielleicht noch gar nicht das Ende der Fahnenstange bzw. nur die Spitze vom Eisberg. Mir hat noch niemand Geld zum Zocken ohne jede Sicherheit geliehen - auch privat nicht. Und wären es nur 3 € für einen Lottoschein gewesen. Meinen Job wäre ich vielleicht nicht sofort los gewesen, aber im Wiederholungsfall mit steigender Wahrscheinlichkeit doch. Ich habe auch noch nie gehört, dass einer einem Freund 10 Mio. € zum Zocken leiht. Nein, das ist kein Neid, denn solche Freunde wollen etwas von mir. Und soviel kann ich n icht wert sein!  

  

Es ehrt D. H., sich vor seinen Bruder U. H. zu stellen. Und wer möchte wohl jetzt und in den nächsten Monaten in dessen Haut stecken? Da mag er auch seinem Verein am Ende angekommen die Vertrauensfrage stellen, wenn's ihm jetzt hilft? Und man muss dann ja auch an die Resozialisierung denken! Jeder hat eine zweite Chance verdient - im Falle eines Falles auch mit Unterstützung durch einen Bewährungshelfer. Aber, zunächst ist die einer Schuld abzutragen und die Frage zu klären, ob es eine Straftat vorlag und wie die von der Strafzumessung zu bewerten ist. Gleiches Recht für alle. Und ich denke da an die Fälle Daum (Kokain), Hoeneß (3,2 Mio. €) und Zumwinkel (0,97 Mio €).

 

Ob D. H. da irgendwelche Zusammenhänge ahnt, oder nur das persönliche Leid seines Bruders sieht? D. H. war ein kampfstarker Stürmer, gefürchtet wegen seiner Kopfballtore. Legendär, dass er 1982 mit Turban nach einer Kopfverletzung noch eine Stunde weiterspielte und in den letzten Minuten mit einem Kopfballtor den Bayern endgültig den Deutschen Pokal sicherte. Tschüss.  

 

 

Kommentare: 4 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    zypresse (Montag, 18 November 2013 10:39)

    Du hast in Deiner Reihe noch einen weiteren Fußballer vergessen: Karl-Heinz „Kalle“ Rummenigge.

    Im September 2013 wurde er zu einer Geldstrafe in Höhe von 249.900 Euro (140 Tagessätze in Höhe von je 1785 Euro) verurteilt, nachdem er Anfang Februar 2013 am Münchner Flughafen zwei Luxus-Uhren am Zoll vorbei einführen wollte. Damit ist er - im Gegensatz zu U.H. - nach strafrechtlichen Kriterien vorbestraft. Das er, nebenbei bemerkt, für diesen bayrischen Verein gespielt hat und seit 2002 Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG ist (und trotz Verurteilung bleiben konnte!) - ja, geschenkt. Normale Maßstäbe wie im Berufsleben anderer Bürger (und auch im Vorstand der anderen börsennotierten AG's) gelten dort wohl nicht.

  • #2

    Hedi (Montag, 18 November 2013 10:55)

    Das Leben in einer Parallelwelt erzeugt nun mal Realitätsverlust.
    Und - wer von uns hat das nicht schon erlebt - viele Leute, die sich ihrer Meinung nach in einer gehobenen Position befinden, glauben, dass das Gesetz nur für das niedere Volk gilt. Sie selbst stehen darüber und sind nicht dem mit schnöden Massstab zu messen, der für die Masse Volk bestimmt ist.
    10 Mio € zum Verzocken. Aus reiner Freundschaft. Und ohne Hintergedanken, obwohl der Schenkende der Hauptsponsor des Vereins des Beschenkten ist. Den Schwachsinn soll man glauben? Diese Dimensionen sprengen doch wohl alles, was auch in der Welt des großen Geldes möglich sein mag.
    Was ist, wenn diese "Großzügigkeit" nicht ganz so privat ist, wie sie von den Beteiligten dargestellt wird? Die Anklage wird auch schon auf die Idee gekommen sein.
    Dann allerdings hätte der Angeklagte erst richtig Grund zum Heulen.

  • #3

    eo (Mittwoch, 22 April 2015 20:23)

    Ein Nachtrag für die Geschichte: Ulli Hoeness wurde zu 3 1/2 Jahren Haftstrafe verurteilt, ist nach etwas mehr als einem halben Jahr zu einem Freigänger avanciert (d. h. er darf tagsüber in der Jugendabteilung des FC Bayern München arbeiten - nachts schläft er wieder im Knast). Man geht davon aus, das er 1 Jahr und 8 Monate einsitzen muss, die restliche Zeit würde ihm auf Bewährung erlassen.
    Im Prozess hatte er eine Steuerhinterziehung von rd. 30 Mio € zugegeben.

  • #4

    Madison Blanton (Freitag, 03 Februar 2017 20:52)


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