Wird bis Weihnachten Frieden einkehren?

Gemeint ist der Frieden in Deutschland, der politische Frieden, insbesondere der in der SPD. Stichwort: Koalitionsvertrag. Man weiss, dass der umstritten ist und möglicherweise wird er von einer Mehrheit der Parteimitglieder angenommen - erforderlich ist zuvor eine Beteiligung von mind. 20 %. Und was wird sein, wenn er mehrheitlich abgelehnt, das Quorum aber (nur knapp) verfehlt wird? Wird der Parteitag diese Mehrheit dennoch bei seiner Entscheidung berücksichtigen? Soweit ist es noch nicht.

 

Als heute im Rhauderfehner Rathaus die Jahresausstellung des Kunstkreises eröffnet wurde, begann der einführend Vortragende zunächst mit einem Verweis auf den Koalitionsvertrag, zählte viele Details auf, die dort geregelt seien, vermisste aber Rhauderfehn, das nirgendwo erwähnt worden sei. Deshalb wäre der Vertrag abzulehnen . . .  Wie wahr - einmal um die Ecke gedacht! Keine Visionen leiten die Vertragsziele, sondern ein Klein-Klein von teils zerhackten Wünschen lassen jeden triumphieren und demonstrieren die scheinbare Aufnahme eines breiten Interessenspielraums.

 

Und dann treffe ich bei meinem Rundgang auf Anja, die Malerin dieses Bildes, das sie schon sehr eindrucksvoll zwei Wochen zuvor auf der Mitgliederversammlung vorgestellt hatte. Die zum Habicht mutierte Taube greift den ruhig verharrenden Papagei an. Im Hintergrund brechen Familienstrukturen zusammen. "So habe sie sich gefühlt", erzählt sie, " als sie in ihrer Familie plötzlich in einem ausbrechenden Konflikt stand. Daraus ist dieses Bild entstanden."

 

Da wird mir plötzlich ein ganz neuer Zusammenhang zwischen der Ausstellung und dem Vertrag deutlich vor Augen geführt. Das WIR ENTSCHEIDET hatte es geheißen, dafür waren wir angetreten,  das haben wir beschworen. Wird das jetzt wegbrechen, wird man sich der "harmlosen" Minderheiten entledigen?

 

Es ist eine tolle Ausstellung in Rhauderfehn und es lohnt sich dafür noch bis zum 15. Dezember ins Rathaus zu gehen. "Bildende Kunst", so erinnere ich die Begrüßungsworte des Bürgermeisters, "vermittelt uns eine beruhigende Konzentration auf wichtigere Dinge als allein die hektische Arbeitswelt." Und "Kunst" ist alles andere als unpolitisch. Was ist Frieden?

 

   

  

 

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