Herbstflackern, -funkeln oder -funzeln . . . 

Die Nieders. Landesgartenschau 2014 geht ihrem Ende entgegen. Sie hat Papenburg mal richtig durchgeschüttelt. Und jetzt begannen die Lichterabende: Erst waren zwei geplant, dann wurden es fünf - fast alle mit 4.500 Besuchern ausverkauft. Aber der eine wird auch noch voll werden. Es war wunderbar - und jeder konnte etwas "mitnehmen".   

Klassische Musik begrüßte uns beim Nord-Eingang schon vom Achterdeck her. Große Figuren saßen in kleinen Bötchen im See und taten so, als ob sie musizieren würden. Jetzt, es war noch hell, konnte man nur ahnen, was die Dunkelheit bringen würde, jedoch sehr viel besser fotografieren!


Beim Bummel durch den Park traf man immer wieder auf bekannte Gesichter, aber vor allem auch fröhliche Stimmen. Alle waren in freudiger Erwartung,  was die nächsten Stunden wohl bringen würden, manche hatten ja schon das Funkeln im Frühjahr erlebt, alle jedoch davon mindestens nur Gutes gehört. Manches nette Gespräch konnte geführt werden, später würde man sich nicht mehr erkennen, einfach zu dunkel und natürlich würden dann auch alle Augen auf die wunderbare Illumination und die Ohren auf die vielfältigen musikalischen Ergänzungen und sonstigen Attraktionen gerichtet sein.   

Und natürlich durfte auch Paula nicht fehlen, das Mädel mit den offenen Schuhen, das nun schon seit April regungslos vor ihrem Baum sitzt. Aber auch fast alle anderen ihrer Geschlechtsgenossinnen waren in buntes Licht getaucht - jetzt noch dezent, weil die Dämmerung erst eingesetzt hatte, später heftiger.

 

Organisiert wurde das Funkeln vom Helmnot-Theater, das mit insgesamt 45 Personen und acht Lastzügen angereist war. Mit dabei natürlich auch der beliebte Rumpelgärtner, das Fahrradtaxi und die großen majestätischen Figuren, die "sich" schon häufiger über das Gelände geschoben hatten. Bekanntes und Neues erwartete uns - und wir wurden nicht enttäuscht.    

Ein erster - früher - Genuss waren drei Frauen, die mit langen Tüchern auf "Gebläsen" standen und es immer wieder neu verstanden, die Tücher im rhythmischen Gleichklang dem Luftstrom auszusetzen. Die Wirkung war jetzt schon phänomenal und in der tiefen Dunkelheit konnte man die flatternden Tücher dem Grunde nach von überall her sehen 

Große Sterne und Blumenfiguren zogen uns dann mit Aufkommen der Dunkelheit in Ihren Bann. Sängerinnen und Sänger brachten eine leichte Stimmung hinein, machten einen noch aufnahmebereiter für die vielen Geschichten, die sich hinter den Bildern verbargen. Man konnte sich auf eine Bank setzen und still genießen, oder auch in einen Strandkorb, wenn man sich rechtzeitig darum gekümmert hätte . . .  

"Spannend" wurde es dann beim Memorial, dem Teil der Garten-schau,  wo die Steinmetze Vor-schläge für die Gestaltung von Grabstellen machen. 


Tragende, meditative Musik erklang aus den Bäumen und die Illuminationen liessen mich glauben, dass Allerheiligen mglw. Teil eines Musicals geworden sei. Sicherlich auch ein angesagter Ort für alle Gruftis, oder wie sie sich nennen.

Ohne weiteren Kommentar können wir die stillen Impressionen der eingangs erwähnten Musiker im Wasser ver-stehen: einfach toll!

 


Ein vorletzter Blick galt aber dann doch dem Teich als Ganzem:  



Von drei Stellen des Parks gibt es kleine Clips:

  • dem Memorial, weil ich das mit Allerheiligen gerne zeigen wollte
  • dem Baumwipfelpfad, weil da mächtig viele Vogelstimmen in die Bäume montiert worden waren, Stimmen von Vögeln, die eigentlich nicht nachtaktiv sind . . . (Kuckuck z. B.)
  • dem See am Nordausgang, weil der einfach so schlicht und schön aussah.

Man muss nur hier drauf klicken 

 

Und als wir das Gelände verließen, leuchtete uns der fast noch volle Mond entgegen, vor ihm die Papenburger Mühle - das wird uns auch nach der Schau erhalten bleiben. Aber man sieht, das Wetter hatte mitgespielt.

 

Ein Grinsen überfiel mich jedoch, als ein anderes Besucherpaar meinte, das sei schon fast kitschig, das mit der Mühle und dem Mond. Ich konnte daraufhin mal wieder meine Klappe nicht halten und brachte grinsend den Vergleich zur eben gesehenen Gartenschau mit ihrem Herbstfunkeln. Wir alle vier haben dann lauthals gelacht.


Es war ein schöner Abend.    

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Kommentare: 3
  • #1

    Hedi (Samstag, 13 September 2014 16:27)

    Ein wundervoller Abend!
    Deine Bilder bringen das Ambiente rüber - ich liiiebe das erste Bild und das letzte auch...und noch ein paar dazwischen.
    Etwa 20 Grad am Abend bei totaler Windstille - herrlich.
    Da war es dann völlig egal, das mit dem Kitsch. Wenn er in so schöne Farben getaucht ist...
    Schööön!

  • #2

    Sarah Maria (Sonntag, 14 September 2014 11:28)

    Wow. Das klingt wirklich sehr schön!
    Ich komme ursprünglich aus Lingen und habe von der Papenburger Landesgartenschau gelesen. Für einen kurzen Moment wollte ich auch hinfahren - habe es dann aber leider doch nicht unterbringen können. Schade.

  • #3

    Lipstickbunnies (Sonntag, 14 September 2014 19:07)

    Wo allein die Fotos sind extrem Einladend. Ich finde allein die beleuchteten Figuren wundervoll. Schade dieses Event verpasst zu haben.